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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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219
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Andre Ode.

8iebe, doch wie Weise pflegen,^icht nach blinder Jugend Art,Die nicht Zeit, nicht Kräfte spart,>Lhrer wilden Lüste wegen.

Doch, was soll die Vorschrift da?Deines klugen Geistes WissenHat dich längst der Zahl entrissen,^ls den deutschen Seneca.

Giebst du doch dergleichen Probe»,voller Einsicht und Verstand,

Die des Schreibers Meisterhand^iehr als hundert Schmeichler loben.^6as du schreibest, ist kein Scherz;

Du wirst selber zum Exempel,

Denn du baust der Weisheit Tempelselbst erst in dein eigen Herz.

Thoren zweifeln an den Lehren:

^ man sie erfüllen kan?

Aarlich nein! es geht nicht an,

Aer den Wahn der Welt will ehren.^3end kömmt im Traume nicht.

Aachen, Streben, Laufen, Kämpfen,Aollust, Geiz und Ehrsucht dämpfen^Misses ist, was Palmen bricht.

^ ^ahr und Tag muß man oft ringen,^ Man eine Lust erstickt:

^ Man das, was uns bestrickt,kan aus dem Sinne bringen.Helden siegen doch zuletzt;

^aule Streiter werden müde,z achen mit dem Laster Friede,elches sie in Knechtschaft setzt.

Freund!