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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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235
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2Z5

Sechste Ode.

Ach was soll, was kau man thun,theure Mutter! dich zu retten?sollst du künftig in den KettenDieses Schlummers ewig ruhn?

Zucht, Gerechtigkeit und Treue,^verfälschte RedlichkeitRühmten sonst, und hier aufs neue,Daß dein Herz sich jederzeit,

Durch ein tugendhaftes Leben,

Zhrer aller Dienst ergeben.

Aomm doch wieder, schöner Tag!Da jhr mütterlicher Segen,

Ausser Hochzeitfackeln wegen,

^°yden auf der Scheitel lag;

Da ein treues HändeküssenT^srer Ehrfurcht Opfer war.

^ Wie viel ist uns entrissen!

^ wie sehr wirds offenbar:

Lust kan lange dauren,

"Uf die Freude folgt das Trauren.

^ Du geliebtes Ehrenhayn!

Dein Vergnügen, dein Ergehen,

W dem Gram weit nachzusehen,wir unterworfen seyn.

Deine Schönheit wird zur Wüsten,Deine Flur ein Todtenhaus;y. daß wir nicht sagen müßten: .^enhayn füllt Angst und Graus!wo wir die Wahrheit kennen,Jammerhayn zu nennen.

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