242 Der Oden drittes Buch.
Aber nein! mein stolzer SinnSchämt sich solcher Fabelpossen;
Und die schöne Wellen»
Hätte dieß gewiß verdrossen.
Ihr gereinigter VerstandLiebt nur wohlgerathne Sachen,
Und sie würde mich verlachen,
Wenn ich ihr Vermählungsband,
Das der Himmel selbst gestiftet.
Durch dergleichen Tand vergiftet.
Darum bleib ich auf der Spur,Die Vernunft und Tugend lehret.
Und den Schöpfer der NaturAuch in seiner Stiftung ehret.
Auch der Ehstand ist sein Thun,
Er verbindet Herz und Seelen,
Und der Menschen ganzes WählenMuß allein bey ihm beruhn;
Soll es anders wohl gelingen,
Segen, Heil und Wohlfahrt bringe^
Und da rührt das Band auch her,Werther Bruder, das dich bindet.
Hier fällt mir der Wunsch nicht schwer,Den die Pflicht für nöthig findet.
Lebe, theures Paar! beglückt,
Lebe stets vergnügt und lange!
Wisse nichts von Gram und Zwange,
Bis man voller Lust erblickt;
Daß dereinst bey grauen TagenLieb und Ehstand Frucht getragen.
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