Ein und zwanzigste Ode, 291
Aeniit mir Theurung, Miswachs, Brandyschlechte Nahrung, böse Zeiten,
Die sich über diesen Standjährlich pflegen auszubreiten.
^ennt mir böser Kinder Bruk,
^nd ein liederlich Gesinde;
Dann jagt, daß ein ledig Blutsolches alles nicht empfinde.
Dieses alles glaub ich nicht,
^Denn ich auf den Weltlauf sehe,
^nd mein scharfes Augenlicht^uf so manchen Ehstand drehe.
^ieht man nicht so manches PaarÄn erwünschter Wohlfahrt leben,
^»d dadurch ganz offenbar^urem Wahne wiederstreben?
Ja, was mehr ist, sieht man dochManchen mehr, als einmal, freyen.
Diese muß ja wohl das Joch^hres Ehstands nicht gereuen,scheut sich ein gebranntes Kind^or der Glut empfundner Kohlen?
D! so waren alle blind,
Die den Ehstand wiederhohlen.
Aahlt die klugen Männer ab,
Die als Wittwer nicht verzagen,nach ihrer Weiber Grabeinmal das Lieben wagen.
Lahlt der Wittwen grosse Schaar,
Die bey ihrer Männer Särgen,
Deren Tod so schmerzlich war,
^ die Freyer nicht verbergen.
T»
Alle