292 Der Oden drittes Buch.
Alle diese wußten schon,
Was der Ehstand bey sich führet;Gleichwohl hat der Venus SohnSie zum andernmal gerühret.
Wäre nun sein Joch so hart,
O! sie hättens wohl verschworen!
Und es mit ins Grab verscharrt,
Wo sie es einmal verlohren.
Und genug ! was braucht es noch,Unsre Gegner zu vergnügen?
Kan sie dein Exempel doch,
Werther Bräutigam! besiegen.
Sieht man dir nicht abermalHymens holde Kerzen brennen;
So, daß dich bey deiner WahlAlle klug und glücklich nennen?
Aa, dein Hannchen macht dich froh,Und vergnügt dein Herz von neuen.
Du vergnügst sie eben so:
Ey wer wollte denn nicht freyen!
Diese wiederhohlte LustBringt die erste lebhaft wieder;
Und die Trauer deiner BrustSinkt nunmehro völlig nieder.
Seyd vergnügt, verbündne Zwey!Liebt und lacht, und scherzt und lebet,
Bis ihr schmerz- und kummerfrey,
Aller Welt die Lehre gebet:
Daß sich noch kein EhestandNoth- und kummervoll befunden;
Wenn nur Tugend und VerstandSich so, wie bey euch, verbunden.