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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
Entstehung
Seite
308
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ZO8 Der Oden drittes Buch.

88er kan dich nun mehr erheben,Theurer Graf! als solch ein Paar;Das, dem Feste Glanz zu geben.

Selbst dabey zugegen war?

Stimmen gleich Astreens SöhneDir manch frohes Loblied an;

Gleichwohl müssen ihre Töne,

Gleichwohl muß ein jedermann,

Spricht dieß Paar durchlauchter Zeugen,Voller Scham und Ehrfurcht schweigen.

88ie beherzt, ja wie vermessenHat sich denn mein Kiel gewagt;

Daß er seine Kraft vergessen,

Nichts nach deiner Höh gefragt?

Sollt ich nichr bey deinem FesteLieber schweigend blöde seyn?

Als die welken LorberästeDeiner Doktorwürde weihn;

Da ich alles, was geschehen,

Nur gehört, nicht selbst gesehen.

Aber nein! die Musen bringenMich auf den verwegnen Schluß,

Daß ich von so seltnen DingenAuch in Leipzig singen muß.

O sie kennen deine Triebe,

Theurer Graf! zu ihrer Kunst;

Sie sind stolz auf deine Liebe,

Hoffen viel von deiner Gunst:

Denn du kanst ja, was sie dichten,

Troß den besten Meistern, richten.