Buch 
Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
Entstehung
Seite
354
JPEG-Download
 

Z54 Zehnder Gesang. ^

Du liebest deineBraut; nicht Stand,Geschlechk^'Dabey manch stolzes Weib den Mann verächtlich rDu sahest selbst nach ihr, uni> nicht mit fremden AugDie oft vermögend sind, aus Rosen Gift zu sauge"'Und so gestel sie dir. Sie war galant und schön,Beredt, geschickt und klug dem Hause vorzusiehli

Kurz um, es war dein Ernst. Sie konnte dich nicht

Was brauchtest du noch mehr die Heyrath abzufasft" ^Aßund vollziehst du sie; doch ohne Staat undDer nur den Beutel schwächt, und keinen grösser r""Du überhängst den Leib mit keinen Fantaseyen,

Dabey der Pöbel starrt, die Krämer sich erfreuen.Zwar könntest du es thun; doch deine Klugheit sp^.Es ist ein Ueberstuß. Die Braut verlangt eSSo dörst ihr beyderseits Hen Kummer nicht besorgtDen andre sich zugleich mit ihrem Putz erborgen.

Noch mehr, gelehrterFreund! du achtest daS^Der schnöden Neubegier in unsern Gassen nicht. .KDein Herz ist ganz gesetzt; man hört dich niemals rViel minder ängstlich thun, was doch die Leute sag^'Was wird doch nicht gesagt! Ein Kluger hört es a tUnd glaubt, so viel er will, und als er glauben kamDenn wollte sich ein Mensch in alles Sagen schm^'Wie würde man ihm nicht das beste Ziel verrückenDa hast du, werther Freund! was mir an dir LIch stimme für dießmal kein hohes Seytenspiel, .

Die Freundschaft trieb mich an, die Wahrheit zu besDas Dichten und die Kunst muß hier zurücke ble'

Dieß ist ein schlechter Vers, kein prächtig LobgediMDas fordert auch von mir dein ehrlich Herze mcht- ^Noch weniger mein Trieb, der deine FreundschaftOb man gleich itzt von mir nichts schmeichelhaftes -

tl"'

r-

rs,

>k