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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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436
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4Z6

Dritte Elegie.

Und dieser Jahre Zahl glich einer Zahl von Stunde"/So kurz, so angenehm bedünkte sie die Zeit.

Ein Wille wohnte nur in zwey verknüpften Seelen,

Ein einzig Herze schien in beyder Brust zu seyn,

Sie konnten beyderseits einander nichts verhelen,

Und so traf beyder Wunsch in allen Stücken ein.Ich selber, Theureste, ich selber weis zu zeugen,

Was ihre Gütigkeit, was ihre Huld gethan:

Denn alles Ihrige ward gleichsam unser eigen,

So willig wandte sieö zu unserm Besten an.

O! wie viel tausend Dank muß ich ihr schuldig KleidsDen meine Schwachheit ihr nicht zu entrichten rvt 'Dieß Blatt ist viel zu klein, denselben zu beschreiben,Denn keine kurze Schrift faßt ihrer Güte Preis.Dieß ist der beste Trost, da uns der Herr betrübet,

Und durch des Vaters Tod zu armen Weyscn lN"Daß seine Weisheit uns zwar schlüget, doch auch ^ ^Da er uns, sie, Mama, zur Mutter zugedacht.

Sie selber wird sich schon getrost zu fassen wissen,

Es ist das erste nicht, daß sie der Fall betrifft;

Ihr Ehband wird ihr schon das andremal zerrisse"/Drum kennt ihr Glaube schon derSchwermuth Ge6Sie weis sich in Geduld nach Gottes Rath zuWenn seine Hand gleich droht, so hält sie ruhig ff'Und schreckt sein Auge gleich mit zornerfüllten BückIst sie doch überzeugt, daß er ihr Bestes will.

Ich selber glaube das, doch Schmerzen und Bete" .

Erweckt der Zuversicht oft Klein- und Zwessel"ss^>Wer wird mich, fragt mein Herz, so, wie mein Vater,

Wer ist in aller Welt, der mir was Gutes thut'

Sie, wertheste Mama! Sie einzig ist die StW,Darauf, nechst Gottes Huld, ißt unser Wohl ?