Buch 
Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
Entstehung
Seite
458
JPEG-Download
 

458

Ahnde Elegie.

Als dich des Höchsten Wink, der Zion Lehrer sendet-Nach deiner Vaterstadt zu deiner Freundschaft ^

O, was erhuben sich für Seufzer und für Klagen!

Wie schmerzlich hat die Stadt sich da nach dir gtfi-Dein Abschied kam zu bald, man mußte Leide krage",Weil sich so Geist, als Ohr, an deinen MundEs that mir selber weh; doch spür ich mit VergnügtDaß dich dein Leipzig so, wie Merseburg, verehrDaß deine Müdigkeit so sehr, als du, gestiegen.

Und daß sich deine Gunst mir ebenfalls gemehrtO sollte dieses doch dein theurer Vater sehen.

Der ißt in seinem Sohn aufs neue wieder lebt!Denn was er stets gewünscht, das ist an dir gescheht/So glücklich hat der Sohn dem Vater nachgest^Ja, sollt er ferner sehn, wie wohl du dich vermählest,Indem dein Auge sich ein Priesterkind ersehn:

Wie du mit kluger Brust die schöne Schüßin wählest/Was würde nicht bey ihm für eine Lust entsteh"'

In Wahrheit, deine Wahl, mein Gönner! ist zuEs heißtsie selbst dein Feind-, ja selbst dieDie sonst fast allezeit bey deinen Tugendproben ^Die Nase spöttisch rümpft und ganz verächtlich ^Allein, wo war denn wohl was Artigers zu finden,

Als die an Geist und Zucht ganz ungemeine EtWas konnte Würdigers ein Priesterherz entzünde".

Als diese, die man dir nunmehro anvertraut?

Der Jugend Artigkeit, der Sitten stilles Wesen,

Die liebliche Gestalt, die Demuth, der Verst"" /Der Sprachen Wissenschaft, ein kluges Bücherlest , ^

Und ihre Wirthlichkeit, das war es, was dich ^ ^

Was konntest du noch mehr an deiner Braut verlads'", ^ Qlkir «,«6 ^,s,nes zugedacht/^

Der Himmel hat dir selbst was Seltnes zuge

2k,,