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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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470
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47Q Vierzehnte Elegie.

Geliebtes Vaterland! vergieb mir, wenn ich sage:

Du stellst der Welt dadurch ein seltnes Beyspiel dak«Verzeih eS, schöne Braut! daß ich mit meiner Liebe,Bey deiner Hochzeitlust, dir so beschwerlich bin ZUnd stört dir dieses Blatt im mindsten deine Triebe:

So wirf den schlechten Reim nur ungelesen hin.Dein theurer Bräutigam muß keinen Kuß vermissen r,Erlaub ihm, was er wünscht, er hat ein Recht dazu«Er liebt dich, wie er soll; ich kan es leichtlich schlössen,Und glaub, in Königsberg ist nichts so schön, als du«Gedenk ich der Gestalt, die deine Kindheit zeigte,

Als du noch nicht einmal das sechste Jahr erfüll"So weis ich, daß dein Blick schon Herzen zu sichDenn deine Schönheit war der Mutter EbenbWie wird die Anmuth nicht bey reifern Jahren stiNur schade, daß ich dich nicht selber küssen soll!

Ich khät es ganz gewiß zu wiederholten malen, .

Und spräche: Dieses ist der nahen Freundschaft ELaß, werther Bräutigam! dich nicht den Scherz verdru"Mein Drohen ist umsonst, ich bin zuweit entfernt.Ein Oheim börste sonst noch wohl die Muhme küssen rDoch ißt hat sie die Kunst zuerst von dir gelernt.Wohlan, beglücktes Paar! geniesse deiner Jugend,Gebrauche dich der Zeit, das Glücke lacht dich antDamit auf nächsten Herbst ein Abdruck deiner TugendDer neuen Großmama im Schooße spielen kan.