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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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495
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Siebendes Schreiben. 495

^ ^eser Schluß trifft ein. Allein wir zweifeln sehr,lins die Antwort gnügt? Wir fragen destomehr:'^könimt es, daß dein Fleiß und deike Tugendproben^Werther! nicht vorlängst zum Lehrerstuhl erhoben?

^anklagt hier, wie du siehst, nicht dich, gelehrter Manns^ klagt die Langsamkeit der weisen Pallas an;

>1^ Göttinn, die zwar stets Magisterkränze windet,

Hs jeden, der sich selbst der Lorbern würdig findet,^ÜbereilterHand, durch diesen Schmuck beschenkt;

der Würdigsten zu allerletzt gedenkt.

^ Mint, Minerva sey von dem verwegnen Orden^ Titelsuchtigen so gar betäubet worden;

sie aus Ueberdruß dem Ungestüme weicht,

^ stets der kühnsten Faust die ersten Zweige reicht.

der Art der Welt. Wer itzt aus Demuth schweiget,

^ Einsamkeit nicht pralt und sein Verdienst nicht zeiget,'^ Ücht das dumme Volk nicht mit den Rücken an.

wer wacker pocht und kühnlich fordern kan,li^ .srech und unverschämt von grosser Weisheit prahlet,^ ^bem, der ihm glaubt, mit Wind und Worten zahlet,^^ Gunst und Glück den grötßen Ueberfluß;

'e Bescheidenheit indessen darben muß.

^ Kind, gehorche mir, so hat vor wenig Wochenwillst ^öart, ein Arzt, zu seinem Sohn gesprochen:

^ ^wmal so reich, berühmt und glücklich seyn,

^ ^ betn Vater, bin; so bilde dir nicht ein,

^werdest mit Geduld, Gelehrsamkeit und Wachen,

> ^,^en Kisten voll, dich selbst zum Wunder machen,der Irrthum trügt! Verwirf die Blödigkeit:

2ar zu furchtsam ist, verdirbt zu dieser Zeit.

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