Siebendes Schreiben. 495
^ ^eser Schluß trifft ein. Allein wir zweifeln sehr,lins die Antwort gnügt? Wir fragen destomehr:'^könimt es, daß dein Fleiß und deike Tugendproben^Werther! nicht vorlängst zum Lehrerstuhl erhoben?
^anklagt hier, wie du siehst, nicht dich, gelehrter Manns^ klagt die Langsamkeit der weisen Pallas an;
>1^ Göttinn, die zwar stets Magisterkränze windet,
Hs jeden, der sich selbst der Lorbern würdig findet,^ÜbereilterHand, durch diesen Schmuck beschenkt;
der Würdigsten zu allerletzt gedenkt.
^ Mint, Minerva sey von dem verwegnen Orden^ Titelsuchtigen so gar betäubet worden;
sie aus Ueberdruß dem Ungestüme weicht,
^ stets der kühnsten Faust die ersten Zweige reicht.
der Art der Welt. Wer itzt aus Demuth schweiget,
^ Einsamkeit nicht pralt und sein Verdienst nicht zeiget,'^ Ücht das dumme Volk nicht mit den Rücken an.
wer wacker pocht und kühnlich fordern kan,li^ .srech und unverschämt von grosser Weisheit prahlet,^ ^bem, der ihm glaubt, mit Wind und Worten zahlet,^^ Gunst und Glück den grötßen Ueberfluß;
'e Bescheidenheit indessen darben muß.
^ Kind, gehorche mir, so hat vor wenig Wochenwillst ^öart, ein Arzt, zu seinem Sohn gesprochen:
^ ^wmal so reich, berühmt und glücklich seyn,
^ ^ betn Vater, bin; so bilde dir nicht ein,
^werdest mit Geduld, Gelehrsamkeit und Wachen,
> ^,^en Kisten voll, dich selbst zum Wunder machen,der Irrthum trügt! Verwirf die Blödigkeit:
2ar zu furchtsam ist, verdirbt zu dieser Zeit.
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