496 Siebendes Schreiben.
Du mußt von Stadt zu Stadt auf alle Messen reisetAuf hohen Bühnen stehn, und deine Euren preisen,
Und schreyen: Eilt herzu! Hier steht der Wundern^ ^Dem keiner in der Welt das Wasser reichen kan.
Dann wird der Pöbel sich nach deinen Pillen dringen, ^Die Kranken werden dir mehr Gold und Silber brinßss^,Als du dir wünschen wirst. Das Beyspiel nimm vonDenn so hab ichs gemacht: Ein gleiches rath ich dir-Die Tauben pflegen uns nicht selbst ins Maul zuUnd wer nicht wacker pralt, der bleibt im Staube lies
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So klingt, gelehrter Freund! der Vater UnteresNach unsrer Zeiten Art: Doch du verlangst ihn ni^'Wer hat doch wohl gesehn, daß du bey deinem WissetDich jemals ungestüm und frech zu seyn beflissen?
Du folgtest nicht der Zahl, die vor der Zeit begehrt,Was sie noch nicht verdient. Du warst es längstensSophienö lehrerhut und ihren Ring zu tragen,
Und konntest dich mit recht zu ihrem Tempel wagen«Jedoch, wenn andre sich zum Helikon gedrängt,
So hast du dich noch nie in ihren Schwärm gemengtUnd ruhig zugesehn, wie sie dir vorgekommen,
Und das, was dir gebührt, begierigst weggenommen«Uns, die wir dich gekannt, verdroß das innerlich,
Und zwar mit allem Recht; indem Minerva dich/Durch jene Schaar gestört, fast gar vergessen sollen«
Ihr sieht man, daß sie dich doch auch belohnen wollen,Ihr reicht sie dir den Kranz, den sie für dich gespn^'Gewiß, kein Zweig daran ist von gemeiner Art: ,^>i,
Was Wunder! denn bey wem viel Wissenschaften nM
Dem sticht der Pallas Hand auch auserlesne Krönt«
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