§!S Eilftes Schreiben.
Du baust, doch nicht für dich; die Lust soll allgemeinSoll allen Bürgern frey, soll Fremden offen seyn rDrum bleibt auf dein Geheiß dein Garten unverschlossenUnd dir entdeckt dein Buch, wer solcher Huld genossen.Dieß ist dein ganzer Lohn für die verschaffte Lust.
Daran ergehet sich die großmuthvolle Brust,
Wenn bey der Wiederkunft das Zeugniß vor dir lieget,Wie viel sich Fremde schon an deinem Bau vergnügtJemehr du Namen siehst, jemehr erfreut es dich,
Und bist du selber da, so zeigt die Gnade sichNur desto deutlicher. Du weichest oft den Gästen,
Und opferst deine Lust dem allgemeinen Besten.
Da ist man dann erstarrt und stutzet zweifelsvoll,Worüber sich das Herz am meisten wundern soll.
Ob es der Garten sey, der Pracht und Anmuth zeiget?Obs der Besitzer ist, der alles übersteiget?
O börste sich mein Kiel die Kühnheit untersteh«,Was mich bezaubert hat, ausführlich durchzugehn,
Und jedes Meisterstück im Bauen, Schnitzen, Schild ^Das kühle Grvttenwerk, die Kostbarkeit in Bildern,Maschinen voller Kunst, den kleinen Bücherschatz,
D?r Wasserkünste Sprung, den wohlgetheilten PlahAllmählich anzusehn und völlig zu beschreiben:
Wie lieblich könnt ich mir dadurch dle Zeit vertreiben!Allein, das alles ist für meinen Reim zu viel;
Es schweiget ohnedem der überhäufte KielDie seltne Müdigkeit, die du, o Graf! erwiesen,
Und die noch niemand recht, wie du verdienst, geptltlEin grosses Armenstift, das arme Wittwen nährt,
Hak täglich Hand und Blick für dich zu Gott gekehrt- ^