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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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520
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52S Vierzehntes Schreiben.

Und wünschte mir das Glück, und hab es auch erlangtDaß dein Exempel iht vor meinen Augen pranget.

Das stell ich mir nun vor. Und o! wie manche Na^Hab ich aus Ehrbegier schon schlaflos zugebracht:

Weil ich zwar Spuren seh von deinen hohen Siege»,Doch fast verzweifeln muß, dir jemals nachzufliegen.

Mein Trieb ist allzu frech, ich selber merk es schon'Allein ich höre nie der muntern Pauken Ton,

Ich höre nie den Klang der freudigen Trompeten,

Da meine Wangen nicht vor reger Scham erröthen.Dann straf ich bey mir selbst die träge Langsamkeit,

Die sich bishero noch den Waffen nicht geweiht. ,Wie, sprech ich, ringst du so nach tapfern Ritterfahn^'Bezeigst du so das Blut der hochberühmten Ahnen;Wenn du Bequemlichkeit vielmehr als Ehre liebst,

Dich nur zum Zeitvertreib in Fechterkünsten übst,

Nie wahres Blut gesehn, und die polirten KlingenDes Rostes wegen schonst? Heißt das nach Ehre ri"g^^Wenn dich der helle Tag erst aus dem Schlummer ^Wenn deine Zärtlichkeit in warmen Zimmern bleibt,

Und dich nicht eher darfst in Frost und Regen wage»/Als bis du dir den Pelz wohl zehnfach umgeschlagen - ^Nein, das ist Weiberart. Auf! rüste Geist und d'Und zeige selbst einmal ein unerschrocknes Blut!

Betritt die rauhe Bahn so vieler tapfern Helden,

Und laß der Nachwelt einst in den Geschichten mel^nDaß du zu deiner Zeit nicht ganz umsonst gelebt,

Dem Könige gedient, nach Ehr und Ruhm gestrebt,Und für das Vaterland mit starker Faust gefochte»,Dafür Bellona dir den Lorberkranz geflochten.

L.

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