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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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536
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zz6 Zwanzigstes Schreiben.

XX. Schreiben.

Bey dem Schorch- und Uthischt»

Hochzeitfeste in Erfurth.

1730. denigRov.

I. f. N.

^^reundden des Hnnels Huld mit neuem Glück besehtEMErlaube,daß mein Herz an deine Huld gedenkt,

Und sich mit dir erfreut. Du weist, seit vielen JahresAls wir in Leipzig noch Minervens Söhne waren,

Was für ein festes Band der Freundschaft uns vergib'Davon das Denkbild mir noch stets im Sinne liegt,

Und nicht verschwinden wird, als dermaleinst im Gra^'Dafern ich nicht auch da davon die Fühlung habe«

Man höret, Werthester! du habest dich vermählt,Und dir, durch kluge Wahl, ein solches Herz erwählt, .Das Stand und Tugend schmückt,derAnmuth zu geschw^Dieß treibt mich, auch entfernt, die Regung zu bezeigen,DiemeineSeele rührt. Mir schwebt noch immerdarGanz lebhaft in dem Sinn, wie stark dein Herze war,Wenn deine kalte Brust die Reizung unsrer Schönen,Die man so selten wen mit Großmuth sieht verhönen,

So leichtlich überwand. Kein Scherz, kein ArtigstKein Heister Buhlerblick nahm deine Sinnen ein.

Die Schönheit schien bey dir die Kräfte zu verlieren;

So wenig ließ dein .Herz dieselbe triumphiren.

Wie vormals Herkules die Wollust überwand.

Die sein gesetzter Blick am Scheidewege fand; ^