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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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537
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B

Zwanzigstes Schreiben. zz?

! so bemüht sie war sein junges Blut zu regen,ungerührt blieb er, weil er der Tugend wegen,

^ 'E ihm weit mehr gefiel, sich ihrer Hand entriß,auf die schöne Bahn der Ehren leiten ließ.

Zieng es auch mit dir. Du gierigst mit muntern Schritten^Wissenschaften nach. Die Reinigkeit der Sitten^ deiner Jugend Schmuck. Die artige Gestalt

^wvg fast jedes Herz, durch siegende Gewalt,zugethan zu seyn, und mit den zartsten Trieben,

'E Mich mein Beyspiel lehrt, dich mehr, als sich, zu lieberz.

^ ^as ist der wahre Grund, warum ich oft gedacht,

^8 auch aniho noch der Tugend sanfte Macht

ganz geschwächet sey. Man liest vom Alterthums«s ihre Kraft gewirkt, mit ungemeinem Ruhme,feilen tadelt man den Abfall dieser Zeit,ginnen man fast nichts von alter Redlichkeit,

^ wahrer Ehrbegier und Menschenliebe höret;

^ wäre der Natur der alte Lauf gestöret.

wer giebt wohl recht auf die Exempel acht,

^Urch manch edles Herz sich noch zum Wunder macht?^ schwärzt der Tugend Glanz mit neidischem Gemüthe,dämpfet ihren Trieb dadurch in erster Blüthe,schilt es Heucheley, wenn sie ihr Wesen zeigt.

^ selbst in Lastern steckt, ist denen nicht geneigt,

^llz ihr weises Thun der Thoren Wahn beschämen,^ ^dte man durchaus den Lastern sich beqvemen;h 3wnge es gar nicht an, ein junger Mensch zu seyn,

^ " sich in rechtem Ernst den Tugenden zu weihn,

^ kaum das Alter übt. Ja, wer sich nicht bemühet,

^ oft bestrickten Fuß nicht aus den Schlingen ziehet,