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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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589
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Drittes Lehrgedichte. 589

Wie ist mir? was erschallt für ein bekannter Ton?

^>n Sancta Clara steigt auf seinen Kirchenthron:

Der Pöbel sieht ihn kaum, so fängt er an zu lachen,

Der liebe Pater pflegt was lustiges zu machen,öffnet kaum den Mund, so ist es lauter Scherz;spricht kein ernstlich Wort, und hat wohl gar das Herz,Lasern ein Einfall nur der Mühe scheint zu lohnen,

Höll, Himmel, Sakrament, Gott selber nicht zu schonen.

Dort tritt ein andrer Held auf seine Kanzel hin,eifert, keucht und schwitzt, er wischet Stirn und Kinn,zückt Gesicht und Leib, er weis sich schnell zu wenden,

^ schreyt mit aller Macht, und schleudert mit den Händen.Nein Gott! waö will derMann? was fehlt ihm immermehr?Warum erbost er sich? was poltert er so sehr?wird vielleicht so stark für Gottes Ehre sorgen,nein! er predigt nur vom Ritter Sanct Georgen.

Tartüffe fasset zwar die Bibel in die Hand,

^ sucht und liest den Spruch, allein mit MiSverstand.

^ kan die Sprachen nicht. Was ist von ihm zu hoffen?^r Uebersetzer hat den Sinn nicht recht getroffen.

E'e herrlich wird so dann der dunkle Satz erklärt!

>e eigentliche Kraft der Worte wird verkehrt:

^ sucht Geheimnisse, und kan Sanct Peters Nachen,^nr hätte das geträumt? zum Kirchenschiffe machen.

Herr Superklug weis fein die Sprüche zu verdrehn.Denn wo man Salben liest, da sieht er Chrisam stehn,Wo Gott von Opfern spricht, da predigt er von Messen,fasten heißt bey ihm, sich satt an Fischen essen.

Das