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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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Sechstes Lehrgedichte.'

Zumal, wer so, wie du, sich nicht an Moden bindet,

Und doch erbaulich lehrt, und doch viel Beyfall findet.

Da flucht der Handwerksneid ; da schilt er auf die Ärt,Darnach, als,er studirt, noch nicht gepredigt ward;

Nennt alle?. Neuerung, was sich von dem entfernet,

Was er zu seiner Zeit, doch auch als neu, erlernet. ^Wie kömmt es,daß er schmählt ? Wie kömtS,daß er dich haßt'Bloß, weil dein Schuh sich nicht auf seinen Leisten paßt.

Bloß, weil dein Hut sich nicht auf seinen Kopf läßt drücktUnd deine Kleider sich auf seinen Rumpf nicht schicken.

Du wundergrosser Mann! vergötterter Serpil!

Durch dessen grundgelehrt- beredt- und frommen Kiel ,

Ein tröstlich Werk entstund; O Lankisch, reich an Gabe»'

Und du, geprießncr Mahn! Ihr könnt nichtsgleiches habe»'

Ihr habt der rohen Welt die rechte Kunst gezeigt,

Wie man recht Bibelfest auf seine Kanzel steigt.

Ihr unterdrücket fast die Menge der Postillen,

Und lehrt die Predigten aus Liederbüchern füllen.

Wer die mit Sprüchen mischt, darf weiter nichts versteh»/

Als mit den Texten selbst methodisch umzugehn;

Nach der Zergliederkunst sie künstlich zu zertrennen,

Die Theile sonderbar und klappend zu benennen. §

Die Fragen, wer ? und was ? warum? und wie? und»)»'Wodurch? und wenn? besehn; heißt Dispositio.

Hierum steckt alle Kunst! Misanderö LeckerbissenUnd ScheiblersGoldbergwerk wird niemand mehr vernE»'

Du lachest, werther Freund! und das nicht ohne ^

Doch sage mir einmal, ob jener güldne Mund, )

Johannes von Byzanz, von dem wir Reden lesen, ,

Nach deiner Meynung wohl ein Redner sey gewesen ?

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