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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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603
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Sechstes Lehrgedichte.

62z

vermuthlich sprichst du ja, und alle Welt stimmt ein:^Hein, verzeihe mir, ich selber sage !

möglich, daß man den mit Recht beredsam nennet,

^er nicht das A.B.C. der Homiletik kennet?

'^in! Nein! Chrysostomus ist überall zu schlecht,

^acht keinen Eingang hübsch, formirt kein Thema recht;Aeilt solches niemals ab, kan nicht exegesiren,

^eis nicht der Sylben Kraft im Grundtext nachzuspüren;^tirt die Sprüche nicht, und plaudert ungefähr^r lauter Menschenwitz und eigne Worte her; ,gebraucht, an statt der Schrift, die Redekunst der Heyden,pstegt das Christenthum ganz weltlich einzukleiden.

^ das ein Homilet? Unmöglich, werther Freund!

hab es auch gedacht, ich hab es auch gemeynt:

^ch, als ich neulich selbst sein Predigtbuch gelesen;

'"ahm jch erstaunend wahr, daß er ein Kind gewesen.

. Noch mehr! Lutherus selbst, der theure Gottesmann,schient den Lobspruch nicht, daß er die Lehrart kan.

^var ist sein Vertrag stets voll Eifer, Geist und Leben,seine Schriften noch das sichre Zeugniß geben,dringt durch Mark und Bein, er strafet, drohet, schreckt,^Mahnet, tröstet, warnt, ermuntert und erweckt:

^in, was hilft ihm das, wenn die Methode fehlet,

"d jeder, der sie sucht, sich ganz vergebens qvälet?a) stünde Luther doch nur itzo wieder auf!

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^ gäbe ganz gewiß sein Feuer in den Kauf,

^d nähme Regeln an. Er würde gern bekennen,

ganzes Predigen sey ein Geschwätz zu nennen:kaufte sich den Lcigh und Lehmanns PentaS ein,

, ^ würde WiedemannS getreuer Schüler seyn,ganze Jahre lang, nach hundert Arten, lernen,künstlich von dem Sinn des Geistes zu entfernen.

Du