! Neuntes Lehrgedichte. 615
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IX. Lehrgedichte.
Wodurch die Medicin beschimpft werde.
Als
Herr Johann Ernst Kulmus
I7Z2. den l 8 Sept.
zu Leipzig Doctor wurde.
,^Va, Freund! du List es werth, u. nimmst, was dir gehört,^1-Da Meditrine dich mit ihrem Beyfall ehrt.bnd Phöbus thut ganz recht, da er von seinen SöhnenDir läßt dein kluges Haupt mit seinem Hute krönen.
^er deinen edlen Fleiß in dieser Kunst erwegt,
Davon du so geschickt die Proben abgelegt;
Der steht die Billigkeit von dem erlangten Lohne,bnd wünscht dem Aesculap viel Glück zu solchem Sohne.
Doch,wertherKulmuS! sprich: Hast du auch recht bedacht,^ozu dein Witz und Fleiß und Eifer dich gebracht?
^ast du es auch gewußt, daß dein erwählter Orden,
^eit langer Zeit, ein Spott der klugen Welt geworden?Du sprichst: Was hindert das? Sehr viel,gelehrter Freund!^0 weit die Poesie noch um Mokieren weint,
dessen Grabmaal stets so mancher Satir hüpfet,
^ird aller Aerzte Schimpf mit feinem Ruhm verknüpfe^Du lachest zwar dazu: Doch das ists nicht allein.
Nichten! welche Stadt, welch Dorf ist wohl so klein,Mwo die Kranken nicht mit ungezählten Haufen,
^"ach Mutter Urseln mehr, als nach dem Doctor, laufen?
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