4- Hauptst. i.Abs. Schickte der engländischen Handlungsgeselschaft. roi
er sie aufs genaueste befraget und ihre Nachrichten mit den letzten Erklärungen der Hin-gerichteten verglichen hatte: so konte er nicht zweifeln, daß es ein wohl überlegterGrundris des Gouverneurs sey, umdie englandische Handlung daselbst zu Grundezu rich-ten. Da er es nun weder für die Ehre oder das Beste der Geselschaft, noch für dieSicherheit der Factoren schicklich befand, langer daselbst zu bleiben, so nahm er denarmen Ueberrest von Engländern hinweg und lies sie mit sich nach Jacatra gehen.
Was die der Geselschaft weggenommene Habseligkeiten anbetrift, so finden wir nicht,daß er den holländischen Gouverneur jemals zur Rückgabe derselben bewegen können >);ein Umstand, der auch ohne fernern Beweis die Holländer in dem Gemüthe einesvon Vorurtheilen freien und unpartheiisthen Richters verdammen, und nicht den gering-sten Zweifel wegen ihrer Absichten zurücklassen würde. So bald die Engländer inIacarra diese betrübte Nachricht erfuhren, so liessen der Präsident und der Rath, diesich über dem unmenschlichen Verfahren des Gouverneurs und des Fiskals zu Ambo^-na entsetzten, den holländischen General fragen: auf wessen Geheis der Gouverneur 4?^
und Fisca! ihre unmenschliche Grausamkeit gegen die Engländer so weit getrieben undob er ihr Betragen billige? Der General antwortete: der Gouverneur von Ambsynahandele zu Folge einer ihm von den Herren Generalstaaten ertheilten Gewalt,kraft welcher er in allen, sowol Kriegs - als bürgerlichen Angelegenheiten, die unter dieGerichtsbarkeit feines Gouvernements gehöreten, von niemand abhängig wäre. Ueber-dis wäre dieses Verfahren gegen die engländischen Verrather nicht nur gerecht, sondernauch schlechterdings nothwendig gewesen, wie aus ihrem Bekentnisse, wovon er, der Ge-neral, dem engländischen Präsidenten und Rath eine Abschrift überschickte, ersehen wer-den könne.
§. 5Z.
Also siehet man, daß die Ermordung der Engländer auf Ambdyna nicht Beurtheilungvon der Unmenschlichkeit des Gouverneurs und des Fifcals, obgleich ihre natürliche dieser begeben-Neigungen die Umstände derselben fürchterlicher machen mochten, sondern von der mir b"t.kaltem Blute und Uebcrlegung gefasten Entschließung der holländischen Handlungsge-selschafr herrührete, die nachgehends von den Genera! staaten durch tausend Kunstgrif-fe und Ausflüchte, durch falsche Auslegungen und durch unachte Abschriften erzwunge-ner Bekentnisse, unterstützet und vertheidiget wurde. Die erste gegründete Nach-richt, wie sie genennet wird, von derZusammenverschwörung, so im Jahr 1624fin Monat Junius mit dem kleinen Schis, derHaasc, der nach Europa geschickt wurde,ist eine weltkundige und schändliche Erdichtung, worinne die Aussagen der unglücklichenEngeländer dergestalt verfälschet, verderbet und zerstümmelt sind, daß sie das Betragen^ des Gouverneurs von der bestell Seite vorstellen; allein wie sich Mordthaten allezeitdurch einige nicht vorhergesehene Umstände zu entdecken pflegen, so ist auch zu alleinUnglück diese Abschrift ihres Bekentniffes in den allerwichtigsten Stücken weit von dcr-lenigen, so nach Jacatra geschickt worden, und von dem Original, welches das Jahrdarauf auf Befehl nach Europa gesandt wurde, verschieden k) D). Ohne uns aus-
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i) 2.ediards blsvsl Uilk. iub -in. 1622 k) LoIIeA. »k ll»rl. I,br. rnm. 2.
V) I» d,r Sainlung von Neiscbeschreibungen, liehen Handschriften gewacht worden ist, wirdce aus denen in der harleischen Bibliothek befind- der Leser eine volstänbige Nachricht von diesem
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