Band 
Sechs und zwanzigster Theil.
Seite
185
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4.Hauptst. i.Abs. Schicksale der englandischen Handlungsgeselschaft. 185

wo eine gleiche Freiheit des Handels stattfindet/ und wo der glückliche Erfolg von derWahl und guten Meinung der Landeseingebomen abhänget. Da wir die Kette dereinheimischen Begebenheiten gerne ununterbrochen fortführen wolteN/ so hat uns die,ses verhindert, solcher Vorfalle zu gedenken, die den schnellen Fortgang der Geselschaftin dieser Handlung auf eine unangenehme Weise verhinderten.

§. 94 .

Die Handlungsgeselschaft hatte eine Factorey auf der Insel puls Coiidore, Zerstöhmn-die dem Monarchen von Cochmchma gehörete und von Lochnnchmefern und vonCam- der factoreylogiern bewohnet wurde. Als sich die Engländer im Jahr 1702 zuerst hier niederlies- «ufPuloLau-sen, so erbaueken sie ein schlechtes Fort von Erde und Pallisaden, und pflanzten einige we-nige Stücken darauf. Die Besatzung desselben bestand aus ohngefehr 4 5 Europäern,die Agenten und Bedienten mit darunter begriffen, aus acht Topazen und sechzehnBugaffen. Die Engländer gebrauchten die Vorsicht, welche solchen Personen nö-thig ist, die in ihrer Wohnung nicht alzusicher sind und keine Kentnis von den Sitten,der Gemüthsart und Neigung der Einwohner gegen sich, haben, und verboten denlandeseingebomen, unter irgend einem Vorwande Waffen in Verwahrung zu haben.

Das Unglück der englandischen Factorey wird dem Misvergnügen der bugaßischen oderMacaffarischen Soldaten zugeschrieben, die man deswegen mit Leibesstrafen bedrohet,?,weil sie zween der Factorey zugehörige Sclaven Hatten entwischen lassen. Die Rache,worauf sie dachten, war grausam, und man kan die rachsüchtige Gemüthsart dieserBösewichter deutlich genung daraus erkennen. Sie steckten den zten Merz 170z llnder Nacht, da die Besatzung schlief, die innerhalb dem Fort besindlichen Häuser inBrand und ermordeten die Engländer, als sie nackend Heraus gelaufen kamen, umdas Feuer zu löschen. Es wurden über dreißig Engländer in der durch das Feuerverursachten Verwirrung ermordet, und es entkamen der RachederLNacaffaren von fünfUnd vierzigen nicht mehr als zwölfe vermittelst einer Schalupe, die in dem Hafen lag.

Folgender Brief vom Herrn Jacob Eunningham an die Aufseher und Capitaineder Handlungsgeselschaft in China ertheilet eine umständliche Nachricht von diesemshreckkichen Trauerspiele.

„Ihr werdet, ehe euch dieses zu Händen kommet, vermuthlich schon von der»Zerstörung der Factorey auf Condore gehöret haben; damit ihr aber unsere hochge-»bietende Herren gehörig von diesem Vorfall unterrichten könnet, so will ich euch hier»eine ausführlichere Nachricht davon ertheilen. Man harte zu unsern Macasfarn»gesaget, sie selten deswegen bestrafet werden, weil sie einige von unsern Sclaven ent-laufen lassen; worauf sie sich auf eine grausame Art zu rächen beschlossen. Denn sie»steckten den 2ten Merz, des Morgens um ein Uhr, das Fort in Brand und todtsten»Zu gleicher Zeit den Gouverneur, Herrn Catchpole, den Herrn Loyd, den Capitain»^ashwell, den Herrn Füller und andere, neunzehn an der Zähl. Der Doctoc»f^ound, Herr Lhirty und der Capitain Dennet entflohen mit noch achten oder»Neunen in einer Schalupe, wie ich glaube, nach Malacca und von da noch Ba-lavia. Die übrigen wurden so zerstreuet, daß kaum zweie zusammen blieben. Ich»^suchte die Cochinchmeser um ihren Beistand; allein ihre Furcht war so gros, daß»Ire eine Wagenburg um sich herum zu machen ansingen. Die Macaffaren begaben sich»Nach ausgeübter Schandthat in ein chinesisches Fahrzeug, um in die See zu gehen;

A.W.H.-6.TH. N.H.8.TH. Aa allein