4.Hauptst. i.Abs. Schicksale der englandischen Handkungsgeselschaft. 209
Franzosen ihr Versprechen gehalten hätten, so waren die Bedingungen so beschaffen,daß die Engländer damit hatten zufrieden seyn können H). Der Feind bekam eineBeute von ohngefehr 73222 Pfund an Gelde, an wollenen Tüchern, an Sammet, anKupfer, an Eisen, an Bley und an Verrathen zum Gebrauch und Verkauf, ohn«gefehr 12222 Pfund an Silbergeschirr, an Hausgerathe und an andern kleinen Arti-keln, und überdis noch 7222 Säcke Salpeter, 1622 Ballen CalUcoes, und 822 Han-dies roth Holz, welches 72022 Pfund werth war, nebst den Schiffen in demHafen und allen übrigen mit inbegriffenen Dingen, so daß sich der ganze Verlust derHandlungsgeselschaft über 222222 Pfund bestes. Hierzu könte eine noch weit beträcht-lichere Summe wegen der Einbuße eines so wichtigen Handlungszweiges, wegen desBerlusts der Einkünfte und wegen der öffentlichen Gebäude, die allein 162222 Pfundgekostet, gerechnet werden. Kurz, der Verlust von Madraß war für die ostindische
Hand-
H) Es ist zu bemerken, daß Bourdonnais,Nachdem er den Loskaufungsvcrgleich unterzeich-net und der Rath von Pondicherr;» denselbenfsstätiget hatte, einen Brief vom Dupliex er-hielt, worin er ihm meldete, daß er sich mit demAchbob in einen Vergleich eingelassen, demselbenMadraß zu überliefern. Bourdonnais wüstenicht was er aus diesem Briefe machen solte, wo'rinne sich Dupliex eine unumschränkte Gewaltanmassete, einem Prinzen die Städte zu geben,die von einem andern erobert worden. Er wüsteNoch weniger, was Dnpliex sonst für eine Ab-Ncht bey Schliessung dieses Vergleichs haben kön-als ihn zum Verlust seiner Ehre zn nöthigen,"st er dem Gouverneur und Nach von Madraß)n>n Unlerpfande gegeben. Indessen zeigte sichsIst, daß dieser vorgegebene Vergleich nur eine"st. war, umsowol den Nabob als Bourdon-z,r hintergehen. Die Zeit der Monsone
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Nun bald heran, wodurch die Flotte gcnvthi-
wurde, Madraß zu verlassen; und in diesem
komm des Dupliex Geschöpfe die StadtM ihrem Belieben plündern und berauben.
sind die Gründe, die in des Bourdonnaisfnernossx. wegen des Betragens seines Neben-, Mcrs angeführet werden, und der Erfolg hatselben bestätiget. Denn zuförderst wurde der^ dem Vlabob geschlossene Vergleich, so balddie Nhede verlies, abgebrochen,vv ön Folge hakte der VczierdemNabob
Arcor Befehle zugeschicket, die Franzosenvertreiben. Hrn. Dnpliex» Bewegungs-8e„"^ "'aren in Briefen, die BourdonnaisNock Ende des Monats von ihm empficng,^ starker ausgedrucket. Zn diesen bemerkte er,
daß Madraß, so bald man des Königes Fahnedarinne aufsteckte, dem Gouverneur und Nachvon Pondicberry unterworfen würde, und daßHr. Bourdonnais, ob ihm gleich der König dieBefthlshabung über die Flotte anvertrauet, den-noch unter seiner und des Raths Gewalt stünde.Er befahl ihm daher, die mit den Engländerneingegangene Verbindung und sei» gethanes Ver-sprechen zu widerrufen, und die Nhede zn verlassen.Bourdonnais wartete lange Zeit, ehe er dies«Befehle volzog. Der Streit wurde so hoch ge-trieben , daß die französischen Abgeordneten vonPondicberry einige Versuche machten, ihn zuarretiren und gefangen mit sich hinweg zu neh-men. Und Hiebey blieb es auch nicht. Bour-donnais wurde zurückgerufen und in die Ba-stille gesehet, worauf denn sein IVlemoire anSLicht trat. Dasselbe hat einen so grossen Scheinder Wahrheit, und ist in Ansehung der Begeben-heiten so umständlich und ausführlich, daß wireben so wenig an Bourdonnais klugem Ver-halten zu Madraß, als an-seiner Tapferkeit undGrosmuth zweifeln können. Sein Unglück schrei-ben wir dem durch das Interesse seines Neben-buhlers gegen ihn erregten Geschrey zu, der ihmnie in etwas anders als im Reichthum gleich kom-men können, als worinne er die meisten Unter-thanen in Europa übertraf. Auf seiner Reisenach Europa wurde er von einem englischen Ca-per weggenommen, nach London gebracht undsogleich nach Frankreich hinüber geschicket, woer von der indischen HandlungSgeselschaft wegeneiner Schuld von einer Million Livres in Ver-haft genommen und in die Bastille geworfenwurde, darinne er einige Zeit blieb 40)»
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