Band 
Sechs und zwanzigster Theil.
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xm.Buch. Historie der ostindischen HaMtingsgeselschaften.

Fortsetzung.

sich aber nur durch gewisse Cerimonien unterscheiden. Die Bramauett oder BraM<^ttier, sind die Priester des grossem Theils dieser Secten. Es gibt aber ausser denselbeneine andere Art von Priestern/ welche auf die Verfassung der vorigen schimpfen. Siewerden Talapornen genennet, und empfehlen die Tugend und Unschuld als die bestenWegweiser zur Glückseligkeit. Eine dritte Gattung, Namens Jougies, ist in grosserHochachtung, ob sie wol nicht so viele Anhänger hat als die andere, wegen der Stren*gigkeit und Casteiungen, die sie üben. Einige ihrer Strengigkeiten übersteigen denGlauben derer, die nicht Augenzeugen davon gewesen sind. Einige stehen ganze Iah*re auf Einem Fus, und binden ihre Arme an einen Balken des Hauses oder an den Ästeines Baums. Dadurch verlieren ihre Arme gar bald alle Bewegung und Gebrauch -und öfters bleiben sie ihnen auch unbrauchbar in ihrem ganzen Leben. Einige sehensich in die Sonnenstralen mit aufwerts gerichtetem Gesichte, bis sie ganz unfähig wer*den, die Stellung ihres Kopfes zu ändern, indem ihnen das Genicke aufschwilt, stbreit als die Schultern sind. Capitain Hamiltou erzählet, daß er zu Surak eintWeibsperson von ohngefehr dreißig Jahren gesehen, die ein Gelübde gethan, sich dreyMonate aller Speise zu enthalten c). Der Gouverneur, der ein eifriger LNohani-Niedaner war, befahl, daß sie in ein finsteres Gefängnis gebracht, und ihr sonstnichts als Wasser gereichet werden solte. Ehe sie noch achtzig Tage in diesen Umstän*den gewesen war, begehrete Capitain -Aamilton nebst verschiedenen andern Euro-päern, sie zn sehen. Sie fanden sie gesund und munter, nur schlug ihre Puls sehrschwach. Der Kerkermeister versicherte, daß sie sonst keine andere Nahrung gehabtals Wasser, und auch nichts anders begehret; und sie sagte ihnen, daß sie schon ehedeMeine solche Busse sechzig Tage ausgehalten hätte. Wenn wir auch dergleichen befände*re Erzählungen an ihren Ort gestellet seyn lassen, so ist doch gewis, daß vBdiese« Religieusen viel außerordentliches geschiehet.

tz. *2Y.

Die perster sind in grosser Menge zu Surak, und in der umliegenden Ge*gend. Sie sind ein Ueberrest von den alten Persern, welche die Verstvssungdem Vaterlands'der Veränderung ihrer Religion vorzogen. Gegen das siebente Iaht*hundert, da die mohammedanische Religion ganz persren überschwemmete, nahm dieVerfolgung überhand, und es wurden 500 Familien ohne Steuermann und Rudckauf Kähne oder Schiffe gebracht. Dieser unglückliche Haufe richtete seine Fahrt ost*Werts mit einem Südwestwinde, und kam von Iast>ues in zwanzig Tagen an den ^sten von Indien an. Da es nun eben Nacht war, so fuhren sie einem»Feuer nach*das sie am Ufer gewahr wurden, und kamen ganz zufälliger Weife auf dWÜFlussäree, sieben Meilen südwerts von Surak an. Als sie aus Land stiegen, verfamleten Wdie liebreichen Indianer häufig um sie her. Unter diesen Persern waren einige, welchdie indianische Sprache redeten. Diese' erzählten ihnen die traurige Geschichte, ch"die Umstände, dadurch sie an die indianischen Küsten getrieben worden. Man hattihre Erzählung mitleidig an, und sie wurden auf eine edle Art ersuchet, sich in ^Gegend von Surak niederzulassen, wenigstens an dem Orte, wo nachher diese S^^ist angebauet worden. Die gastfreien Indianer wiesen ihnen Ländereien an,anzubauen und gaben ihnen Saamen zur Aussaat, und zwar unter eben den Beding^

c) Hainilrsi» v»',. 1.