Band 
Sechs und zwanzigster Theil.
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245
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4.Hauptst. s.Ms. Beschreibung der engl. ostkndischeu Niederlagen. 245

gen und Abgaben, die sie mit ihren eigenen Pächtern verabredet hatten. Sie vermehr-reken sich und breiteten sich aus, aber ohne die geringste Veränderung in der Religion.Da eine besondere Nachricht von dieser Secte bereits in dieser Historie zu finden ist,so wird es nicht nöthig seyn, sich hier dabey aufzuhalten. Um Surat herumsind die Felder flach, und der Boden gegen die Landseite zu überaus fruchtbar, nachder Seeküste zu aber sandigt und unfruchtbar. Es gibt hier gut Rind -- undSchöpsenfleisch, und Flügelwerk ist auf den Märkten täglich um einen billigenPreis zu haben. Rindfleisch samt den Knochen wird das Pfund um drey Far-lhings verkauft, ohne dieselben aber um einen Penny. Schöpsenfleisch ist theurer,aber doch weit wohlfeiler als es in unsern Gegenden bezahlet werden mus, und ihr be-stes Flügelwerk wird das Stück um sechs bis sieben Pence verkauft. Fische, geflügeltVZildprec und Hasen sind vergleichungsweise theurer. Das Land traget einen gros-sen Vorrath an Weißen, Erbsen, Bohnen, sonst aber weder Haber noch Gerste.Es gibt hier eine Art Hülsenfrüchte, Namens Dole, welche die Landeseinwohner mitunter den Reis thun. Sie kochen beides zusammen, und bereiten eine Speise daraus,die sie Aircheree nennen, welche die gemeine Kost des Landes ist. Sie gemessendieselbe mit Butter und gesalzenen Fischen, und es ist wirklich eine angenehme undNahrhafte Speise, die sonderlich der grosse Aurengzeb gerne as. Kurz, es fehletdiesem angenehmen Lande undStadtan keiner Bequemlichkeit des Lebens. Der Mogulhält beständig einen Gouverneur und Besaßung in einem grossen Fort, das nahe bey derStadt lieget, und davon der Strom bestrichen werden kan. Die Engländer, Hol-länder und Franzosen haben hier ihre Factoreien; allein die Mohren, Bamanen,Armenier, Araber und Juden treiben einen weit grösser» Handel als die Euro-päer, ob sie sich wol auf ihren weiten Reisen der Schisse dieser letztem bedienen.Beide engländische Compagnien hatten, ehe sie vereiniget wurden, ihre Häuser inSurat, in deren Besitz sie auch noch sind. Die Unterbedienten wohnen in dem altenHause, der Präsident aber samt den Räthen wohnen im neuen Gebäude. Sowoldie englandischen als holländischen Directores machen zu Gurat grossen Staat, und es'st auch ein prächtiger Aufzug in den Morgenländern nöthig, wenn man anders sichdey Reputation erhalten will 3). Alle Engländer bezahlen drey und ein halb vom

Hh z Hun-

F) Einige Jahre hinter einander hat eö mit^ Einrichtung und Haushaltung der cngländirAu Factorey folgende Beschaffenheit gehabt.

Präsident, ein Buchhalter, ein Waarenaufse-

her

Und Zahlmeister machten den Rath aus. Diese

Men einen Secretair, der bey entstehender Vacanz?! Collegium einrückte. Ausserdem unterhieltCompagnie Factore, Schreiber, Lehrlinge,drey bis fünf Jahr dieneten, nach dem derT^vrd war geschlossen worden; worauf sie nach^ nach befördert wurden. Sie hatten ihre Un-^waltung und logireten in der Factorey, beka-ei, Besoldung und hatten die Freiheit, nach vcr-"edeneu indianischen Höfen zu handeln. Die-l^'gen, die Credit hatten, nahmen, wenn eslnen «i, fehlere, von den Bamanen Geld

aus um r; vom Hundert, womit sie öfters Hun-dert auf Hundert verdieneten. Die Compagniehielt sich einen Caplan, der des Sontags einmalpredigte und dreimal Betstunde hielte, an den Wer-keltagen aber täglich zweimal. Er hatte den drit-ten Platz im Rath, wurde in grossen Ehren ge-halten , hatte ein feines geschirtes Pferd oder ei-ne Kutsche, und allezeit eine anständige Equipage.Der Präsident bekam jährlich ;oo Pfund Ster-ling Besoldung; der zweite im Collegio iroPfund; der Caplan 100 Pfund, ein jeglicherder ältesten Factore 40 Pfund, die jüngern i;Pfund, der Schreiber 7 Pfund und Verhältnis-weise die Untecbcdienten. Die Factorey mustedem Mogul jährlich 60 Pfund Sterling ent-richten; welches gar nicht übertrieben war, wenn

man