Band 
Sechs und zwanzigster Theil.
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2 5 6 XIII. Buch. Historie der ostindischen Handlutigsgeselschaften.

che Hitze Schuh geben. Einige dieser Häuser sind von Mauersteinen aufgebauet, dieübrigen aber sind jämmerliche Hütten, an welchen man von aussen kein Fenster, von in-nen aber keine Meublen siehet, ausser den Matten und Fusdecken, darauf sie liegen-Diese Häuser sind von Thon gebauet und mit einem Dach überleget; und von eben denMaterialien sind auch die Häuser der vornehmen Indianer gebauet, die gemeiniglichdie alte Form beibehalten, und in die Mitte ein viereckig! koch machen, daß licht insHaus fallen kan. Vor ihren Thüren haben sie kleine verdeckte Gänge, und die Frem-den werden selten weiter gelassen. Hier sitzen sie des Morgens und des Abends, sichmit ihren Freunden zu besprechen, oder ihre Sachen abzuthun. Die Stadt ist über-haupt sehr volkreich, indem in den ganz kleinen Hütten eine Familie von sieben, acht bis'zehen Personen wohnet. Bey allem diesem Schein der Armuth aber wird man wenigOrte finden, wo mehr Reichthum beisammen ist, und wo das Geld mit grösserer Ge-schwindigkeit umläuft. Der Bazar, oder Markt, ist alle Tage voll Menschen, und es ge-schiehet ein Verkehr von unermcslichem Werthe, und zwar eben so hurtig und geschwinde,als auf derBörse zu London. Ueberhaupt haben die Einwohner nichts niedriges, armse-liges und schmutziges an sich, als nur das äußerliche Ansehen; inwendig aber ist alleszierlich und artig, und wenn das Geräche nicht kostbar ist, so ist doch gewis der Eigen- ^thümer reich. In der schwarzen Stadt stehet eine armenische Kirche, nebst verschiede-nen kleinen Pagoden oder indianischen Tempeln, zu welchen eine Anzahl Priester undSängerinnen gehören. Diese Mädgen werden der Religion sthr zeitig gewidmet, mitwelcher sie einen Theil ihrer Zeit zubringen, da mitlerweile die andern sich mit Liebes-händeln abgeben, ohne einen Unterschied zwischen der Nation, Farbe oder Religion Z'-lmachen. Sie machen einen Theil von der Equipage eines vornehmen Mannes bey al-len öffentlichen Gelegenheiten aus, und wenn er sich einmal will sehen lassen. EhcdeMwurde der Gouverneur von St. George von fünfzig Weibspersonen begleitet, wie auch §von der Landmusik, wenn er auswerts ging; in den letzten Jahren aber ist die Beglchtung des Frauenzimmers abgeschaffet worden. Ausser der Stadt Madraß besitzet dieCompagnie auch verschiedene Dörfer, von welchen sie jährlich ansehnliche Einkünfte stt-hen, und welche sie dem Könige von Golkonder abgekaufet, ehe der Mogul Souveraiicseines Landes geworden. Sie har auch ein Hans und Garten am Sc. Thomasbergt'Jenseit der schwarzen Stadt gibt es Gärten, die eine halbe Meile im Umfange habe"/und die mit Cocusnüssen, Guavas, Mangos, Orangebäumen und den vortreffchstß'Obstbäumen angepflanzet sind, deren Früchte man um eine Kleinigkeit kaufet, undFreiheit hat, im Garten spazieren zu gehen.

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z. Wir machen mit den Vorrechten des Gouverneurs den Anfang. Er be<E

Negierungs- zuförderst die erledigten Stellen in der römischen Kirche, die in der weißen Stadtarr. und kan, wie Hamtlron es ausdrucket, als des Papsts Legat a Latere in geistlichen A

* gelegenheiten angesehen werden. Nebst seinem Staatsrath ist er der oberste Dirff^.in den Affairen der ostindischen Compagnie. Sie vergeben alle Aemter, die mit Etzund Vortheilen verbunden sind. Sie bestrafen alle in Diensten stehende Europi-um Leben und Glieder ausgenommen. Indes kan man wohl sagen, daß sich ihrauch bis aufs Leben erstrecke, weil sie den Missethäter dem Gefängnisse, das Cock-roo^heisset, übergeben können, welches ein eben so gewisser, obwol langsamerer Tod ist, ^