4. Hauptst. L.Abs. Beschreibung dek engl. ostindischen Niederlagen. 265
worden R). In der Gegend um Vizagapatam werden viele alte Pagoden oder Tem-pel angetroffen. Darunter ist sonderlich einer merkwürdig, der auf einem kleinen Ber-ge ohnweit der Factorey stehet. Hier beten die im Lande Gebohrnen Meerkatzen an, diein grosser Menge im Tempel unterhalten und verpfleget werden. Sie werden von denPriestern unterhaken, deren Andacht darin bestehet, daß sie für diese Art Gottheiten Reiskochen. Wenn die Stunde zur Mahlzeit komt, so versanken sich die kleinen Götter inder Pagode, fressen was ihnen ihre Anbeter zubereitet haben, und alsdann gehen sie wie-der in ihre Wälder und Felder. Wer einen Menschen todtschlaget, der sündiget lange"icht so, als der eins von diesen Thieren umbringt. Ohngefehr zwölf Meilen nord-Werts von Cunnaca lieget die Stadt Ballajöre, gegen vier Meilen vom Meer an ei-nem Flus, und unter dem 20° und 45^ der Breite. Daselbst ist eine gefährliche Ein-fahrt in den Flus, die denen hinlänglich bekant ist, die an der Küste schiffen, wegen derSchifbrüche und Verlusts, so sie daselbst erlitten. Zwischen dem Flus Lunnaca und^allasöre ist eine an einander Hangende Sandbank, dahin sich unzählige Schildkrötendersinnlen, um ihre Eier zu legen. In dieser Bay wird ein sehr delicater Fisch, Na-hens Pamplee, häufig gefangen und das Hundert um zween Pence verkauft. Zweenderselben sind zu einer Mahlzeit-hinlänglich. Das umliegende Land ist zur Bewunde-rung fruchtbar, indem es fast angebauet Reis, Weihen, Roggen, Dole, Callavances,Mancherley Hülfenftüchte, Anics, Kümmel, Coriander, Toback, Butter', Oehl undBienenwachs hervor bringet. Ihre Manufacturarbeit bestehet hauptsächlich in Baum-wolle, Sannis, Cassas, feinem Barchent und Mulmals; aus Seide, und halbseiden,Und Kattun verfertigen sie Remals, Gariahs und Lungies, und von Herba, oder einer ArtEines starken Grases, bereiten sic Gingham- Pinafroes und verschiedene andere Arten vonEinwand zum Ausführen. Die Engländer, Holländer und Franzosen haben hierwte Factoreien gehabt, ob sie wol setzo nicht viel auf sich haben, seit dem die BeschiffungFlusses Hugly stärker getrieben worden. Die Stadt Ballasore setzet den maldi-
vifchen
H) Der folgende Versal verdienet angemerket? werden. Als der Krieg geendiget war undwieder nach seinen eigenen Staatenreisete, so überlegte er bey sich selbst, wie-W oo» t-en Factoreien des Forts St. Georgew Dizagaparam begegnet worden. Da er"wchl sahe, baß er sich mit öffentlicher Ge-fiü"! nicht rächen könte, so »ahm er seine Zu-0 7" iü, folgender List. Er ging, ohne sich daüy, We merken zu lassen, unter einer Bedeckungk " hundert Reutern nach Vizagaparam, undjy ' zwanzig bis dreißigen von seinen Leutenws Facwrey, ehe der Director das geringste^ilwr Ankunft merkte. So bald als Lermiunc, . ^ wurde, so sprang Herr --Horde», einunerschrockener Mensch, der in der""lMie Diensten stand, mit einer Flinte und8 pflanzten, Bajonet die Treppe hinunter. Da
er nun unten am Fus der Treppe auf den L?a-bob sties, so setzte er demselben sogleich die Flinteauf die Brust, und sagte ihm in der Landesspra-che, daß er ihm wilkommen wäre; wenn aber je-mand von seinen Leuten einen Schrit weiterthun würde, so werde es ihm (dem Nabod) LasLeben kosten. Der L^abob, den die Entschlos-senheit und Unerschrvckenheik des jungen Men-schen in Bestürzung und Erstaunung gesetzt hat-te, setzte sich nieder, und überlegte die Sache et-was. Da denn mitlerweile Herr -Horden demindianischen Fürsten beständig das Gewehr auf dieBrust hielt, einervvn den Begleitern desNabobaber hinter dem -Horden stund, und ihm denDolch auf den Rücken setzte; in dieser Stellungdaurete die Eonferenz eine halbe Stunde, und zu-letzt fastete der Slabob den Entschlus, in Fried«wieder nach Hause zu gehen 11).
Hamiltsn Vol.i. p.zgo.
26. Eh. 8-
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