Band 
Sechs und zwanzigster Theil.
Seite
267
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4.Hauptst.2.'A6si Beschreibung der engl. ostindischen Niederlagen. 267

Melasse» und kurz geschnittenem Hanf bestehet. Wenn dieses trocken geworden, so ist^überaus bindend, hart wie ein Stein, und schliesset an die Mauersteine sehr vest an.Die Stadt ist eben so wenig regulair gebauet als das Fort, und wenn man die Häusernach ihrer Lage aussehet, so scheinen sie mehr ein Werk eines blossen Zufals, als nach ei-ner gewissen Absicht gebauet zu seyn. Es bauet da jederman nach Gutdünken, nach sei-ner Bequemlichkeit und Geschmack, ohne sich dabey um das Ganze zu bekümmern. Ei-nige Häuser stehen mit der Straffein einer Linie, andere sind durch einen Garten da-bvn abgesondert, und man findet nicht zwey Häuser, die einander in der Lage oderBauart gleich wären. Ohngefehr fünfzig Ruthen von dem Fort stehet dieKirche, die durch einen milden Beitrag der hiesigen Kaufleute und durch die Gutthatig-keic der Seefahrer erbauet worden. Wenn ein Prediger stiebet, welches wegen der^ngesundheit des Ortes sehr oft geschiehet, so verwaltet dieweile einer von den jüngstenKaufleuten sein Amt, dafür ihm jährlich 5 o Pfund gezahlet, und seinem übrigen Äs-halte beigeleget werden, so lange er das apostolische 'Amt verwaltet. Das Haus des Gou-verneurs im Fort wird für das schönste und volkommenste Meisterstück der Baukunst inöanz Indien gehalten. Ausser dem haben die Factore, Schreiber und andere Bedien-en bequeme Wohnungen in dem Fort, ingleichenVorrathshäuser, Waarenlager u. s. w.Gs ist auch ein feines Hospital zu Lalcutta angeleget, welche Anstalt sehr nöthig ge-wesen wegen der öftern Fälle, darin man dasselbe bedarf. Die Compagnie hat auchkleine Gärten, woraus die Factorey mit allerhand Erdgewächsen versorget wird. ImGarten ist ein Teich, darin Karpen, Meeräsche, Kalkops und andere Arten von FischenEezeit vorräthig sind. Gleiche Bequemlichkeit gemessen alle andere Einwohner von^alcurta; eine jegliche Art von Lebensrnitteln ist reichlich vorhanden und wohlschme,Eend. Auf der andern Seite des Flusses ist ein Raum, wo die Schiffe ausgebessertRd verpichet werden. Hier haben die Armenier hübsche Gärten, und man mus sichZündern, daß dieser Platz nicht zur Niederlage gewählet worden, da derselbe vor der ge-6Mwärtigen Lage d^r Factorey so vieles voraus hat. Die Besatzung des Forts liVillram^stehet gemeiniglich aus drey bis vierhundert Mann. Vor nicht alzuviel Jahren be->wnd der Gebrauch der Soldaten darin, daß sie die Flotte von patana, nebst der Com-^gnie ihren Salpeter, einzelen Güthern, roher Seide und Opium bedecketen. Nach-als sie die Colonie für ein Lehn des grossen Mogul ansahen, befürchteten sie keinefeinde; allein die Compagnie hat es mit ihrem grossen Schaden erfahren, wie wenig^ einen solchen Umstand gebauet werden könne, um deswillen sie sich so sicher zu seynpachteten. Ihr Vergleich mit dem Mogul mag beschaffen seyn wie er wil, so kön-^ sie nie zu wachsam lind vorsichtig auf die Anschläge und Unternehmungen der benach-f^ten Rajahen seyn. Diese kleinen Fürsten, die an den Ufern des Flusses wohnen,!>^ern einen gewissen Zoll von allen Waaren, die durch ihr Gebiet oder durch ihre amh- fliegende Staaten gehen. Sie haben, wie man erfahren, Truppen angeworben,hd Bezahlung beizutrciben, es hat ihnen aber nicht gelingen wollen, bis im Jahr i?57,h ^ese unglückliche Colonie überfallen, eingeäschert worden, und verschiedene reiche undcv^erdiente Engländer in der Glut und Dampf jämmerlich umkommen müssen.hiH-T-sslsMta findet man kaum eine Art der Manufaktur. Die Regierung, die sehrE^"Mch geführet wird, handelt darin sehr unvorsichtig, daß sie die Arbeitsamkeit und^ "chkeik der Einwohner nicht ermuntert, sondern ihre Sicherheit auf die Armuth der

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