5 . Hauptst. 2. Abs. Von den Kriegen der Holländer in Ostindien. Z4?
bedieneten sie sich grosser Klugheit und Geschicklichkeit. Und obwol daran gar keinZweifel ist, daß sie gleich von Anfange alles wirklich vor Augen gehabt, was sie amEnde so glücklich erreichet; so war doch ihre Absicht so tief verstecket, daß der mächtigeMonarch, mit dem sie es zu thun hatten, ohnerachtet er einer der geschicktesten undfeinesten im ganzen Orient war, dieselbe nicht eher einsehen lernete, als bis es zu spatewar; und ob er sich wol eine Zeitlang widersetzte, so dienete doch solches weiter zuNichts, als daß er sich entkräftete und seine Truppen hinopferte, wodurch die Hollän-der ihrer Eroberung nur desto mehr vergewissert wurden. Die Ausführung dieser Sa-che beschäftigte ihren Staaksrath und ihre Waffen viele Jahre hinter einander: sie neu-sten grosse Kosten an ein Geschwader nach dem andern wenden , die eine gar beträcht-liche Anzahl regulairer Truppen am Bord hatten. Und ob sie sich wol dafür eine Ver-gütung von dem Monarchen ausbedungen, dem sie Beistand zu leisten angesehen seynWollen; so empfingen sie doch dieselbe niemals, und erwarteten sie vielleicht auch nicht,sondern wollen mll grosser Ueberlegung lieber eine lange Zeit Einbuße haben, und sichdem Schein nach bey den geschlossenen Tractaten äffen lassen, weil sie wohl vorhersa-gn, daß die Bezahlung am Ende reichlich erfolgen würde, wenn sie unter mancherleySchein und Vorwand ihren Zweck erreichet und in den Stand gekommen, sich selbstbezahlt zu machen e). Weil wir uns vorgenommen, diese Materie deutlich, ob wol inmöglichster Kürze, hinter einander abzuhandeln, so haben wir der ersten Versuche derHolländer an den Küsten dieser Insel noch nicht gedacht, in der Hofnung, es werdegm leser deutlicher, folglich auch angenehmer seyn, wenn er von diesen BegebenheitenEine zusammenhangende Erzählung liefet, als wenn die zerrissenen Faden der Zeitord-kung aufgesuchet, und bey der Vereinigung alles desjenigen unter der Botmäßigkeitgo Holländer, was sonst die Portugiesen inne gehabt, wieder zusammen gefastetwürden Y.
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Rafah Sr'ngck war zu der Zeit König von Lckndy oder Gnndy, und weil Zustand aufw nebst feinem Bruder, dem Fürsten von Uva, unter den Portugiesen war erzogen dieser üsselworden, so hegete er, wie ihre eigenen Schriftsteller sagen, sowol eine starke Neigung
auch eine grosse Hochachtung gegen ihre Nation. Weil es ihm aber nicht möglich -v ^ -
war, die wiederholten Beleidigungen und Frevelthaten des Gouverneurs länger zu ertra-so war er zu einem Kriege genöthiget worden, in welchem er einen herrlichen Sieg
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e) Tavernier Vo^ezes äss Inäes, ?. 2. liv. z. cgp. z. i) tM'colas de (vraaf
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Ab wie willig sie solche Dinge verschmerzen, die ohne Bedenken zu brechen, und nachher neue'
Mer allen andern Nationen unendliche Hätt- Verbindungen eingingen, als ob nichts geschehen'h nach sich gezogen haben würden. Und das wäre ;4> Indes ist hiebet) zu bemerken, daßv A' "och dem Gesiändniß ihrer eigenen Schrift- die -Holländer dieser Regel nur geftlget, um,i^r, ihreHauptmaximc, der sie die ausserordcnt- die Macht erst zu erhalten, geschlossene Bündnisse^Ausbreitung ihrer Macht in Indien mit von der Seite zu stosscn, und als sie diese erlmikder a? Wahrscheinlichkeit zuschreiben; welche Art get, so gaben sie es den Einwohnern bald^zu fuhrE sie indes von den LandeSeiinvvhnern len, daß sie so gut als die übrigen Europäer undwar " ö" haben scheinen, als welche sehr fertig vielleicht noch besser verstünden, wie sie zugefügteEU Tractaten zu schließen, dieselben aber auch Beleidigungen ahnden sollen.
54 ) Mione äs!s Lvngus« äss Issss !<lv!ugues, tvm. ^ p. 147.