Band 
Sechs und zwanzigster Theil.
Seite
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z 62 XIII. Buch. Historie der ostittdischen Handlungsgeselschaften.

liger Fürsten vergangen hatten, sehten sich in so grosse Hochachtung und vermochtenviele indianische Fürsten dahin, daß sie ihre Söhne zur Erziehung nach Baravra schickten, wo sie zuweilen auf Kosten der Compagnie erhallen, und alle ersinnliche Mittelangewendet wurden, denselben einen hohen Begrif von ihrer Seemacht beizubringen,und wie vermögend sie wären, sich bey dem erlangten offenbaren Uebergewichc zu erhallten e- M).

§. 204.

Neue anschla- Indes lies sich der Getteralgouverneur und der Rath durch diese und am

ge der Hollän- dere Vorfalle von gleicher Wichtigkeit, nicht abhalten, den Verlust der Insel Formestder auf die in- Augen zu haben, und auf die Anerbietung zu merken, die ihnen der tatarische Kcmle sormosa. ^ gethan, ihnen wieder dazu behülflich zu seyn. Sie hatten um so viel weht

Ursache zu glauben, daß es dieser Monarch aufrichtig meine, weil Coxenga mit Fsr-mosa und den davon abhängigen Inseln sich nicht begnüget, sondern sich auch verDe<dener anderer Inseln zwischen diesem lande und China bemächtiget, und schon wirklicheinige Städte auf dem vesten Lande an sich gerissen hatte. Als ihnen nun vom HerrnBorel, ihrem Abgesandten beim Kaiser, das Wort war gegeben worden, so rüstetetsie eine Flotte von siebzehen grossen Schiffen unter dem Commando des BalthajakBorrh aus, welcher Befehl bekam, zu den Tatarn zu stoßen, und wider den Corettg^alle Kräfte anzuwenden l). AIs er an der Küste von China ankam, so fand er, daßser Conquerant im Besitz der Insel C^ucmoy war, daraus ihn die Tatarn mir aller

ihrer

e) Ncuville IM. vsn Vlnllsrul 2. äeel. 1.12. c2p. 4. f) Baonage (les ?roviuei!

t/mes iom. I. psx. 7»z.

M) Man schreibet, und zwar aus guten Grün-den, daß die -Holländer bey der vorhin anae-führkcn Politik sich nach dem Muster der Por-tugiesen gerichtet; welche, als sie noch die gros-sen Herren waren, es eben so zu Goa machten,ob es wol mit eben so weniger Gcschicklichkelt alsglücklichem Erfolg geschahe. Die Portugiesenwaren gewohnt, die Augen der jungen indiani-schen Prinzen durch die Pracht zu blenden, ihnenzu schmeicheln, alle Lüste zu verstatten, und ih-nen portugiesische Namen zu geben, als ob sie die-selben hätten naturalisircn wollen. Alle dieseKunstgriffe merkten sie bey zunehmenden Zahre»,und wenn sie zum Besitz ihrer Staate» kamen,so wurden sie öfters die bittersten Feinde, so diePortugiesen jemals gebabt. Zu Batavi» aberverhauen sich die -Holländer ganz anders gegensie. Sie werden nie vor den Gencralgouverncurgelassen, als in Ceremonie, und bey feierlichenGelegenheiten wird ihnen sehr ehrerbietig begeg-net. Unter diesem Verwände haben sie sehr wenigFreiheit: sie gehen mit niemand um, als mit de-nen, die sie unterrichten: sie werden mit zu denMusterungen der Armee gezogen: sie haben An-theil an den öffentlichen Schauspielen, und eswird keine Mühe gesparct, ihren Gemüthern po-

litische Maximen einzuflössen, die lediglich aufihren Vortheil gerichtet zu seyn scheinen, die a^im Grunde zum Vortheil der Compagnie a»^schlagen. Denn man gibt ihnen zu versteht?daß sie wegen der natürlichen Trägheit, Messendigkcit und Unbeständigkeit ihrer eigenen klnte^thanen in beständiger Gefahr schweben, daßnen aber, wenn - sie bey ihren Bündnissen bcha^reten, die ganze Macht der -Hollänver zuböte stünde. Dieses macht nun gemeiniglich ßsnen starken Eindruck in ihrem Gemüthe; »nt ces das Interesse der Compagnie erfordert, chZusage zu erfüllen, so erreichen sie auch gcnicüstß'lieh ihren Zweck, der darin bestehet, daß ss-ßlPrinzen ihre Vicekünige werden. Auf dEWege gelangen sie zu einer volkommenen Erke"niö des Gemüths, Genie und Fähigkeiten d»!Prinzen, so, daß sie hernach mit ihnen GeNss ^schaft haben können, ohne Gefahr zu laufe«, ^ihnen betrogen oder berücket zu werde».wenn dieses auch geschehen solle, so h«^?gleich Nebenbuhler bey der Hand, die unter wBeistände solchen Monarchen ein Dein u" ,schlagen können, die stchs bcikommen lassen -len, das Joch abzuschütteln, das sie ihnenzulegen für gut gefunden.