5. Hauptst. 2. Abs. Von den Kriegen der Holländer in Ostindien, z 8 7
ste gleich nie viel dabey gewonnen. Indes hatten sie es doch lieber mit mehrern zu thun,die ihnen ihren Pfeffer abkauften, als mit einer einzigen Nation, die sie unter allen amdern am wenigsten liebsten. Man findet indes nicht, daß ihn die Aenderung gereuet,die er in seiner Regierung eingeführet; vielmehr beharrete er vest bey der Meinung, daßer den Besitz seiner Staaten und die Ruhe. seines Regiments der Hülfe zu danken habe,die er von Batavia erhalten. Daher empfahl er auch seinem Sohne und Nachfolgereine genaue Verbindung mit der Compagnie als ein grosses Staatsgeheimnis, und alsdas wirksamste Mittel, sich bey seiner unumschränkten Autorität zu erhalten «). Die-ser sein Sohn war noch im Jahr 1722 am Leben, und scheinet sowol die Eigenschaftenals die Staaten seines Vaters geerdet zu haben. Vor seiner Gelangung zum Thronhatte er sich mit der Seecaperey belustiget, und eine Lebensart geführet, die nicht nursür seinen Stand, sondern auch für ihn als eine vernünftige Creatur, ganz unwürdigwar. Er hatte in seinem Seraglio fünfhundert Weiber und Concubinen, und machtesich doch der häslichsten Blutschande schuldig. Diejenigen, die damals die Verwaltungder Angelegenheiten der holländisch ostindischen Compagnie in den Händen hatten, nah-men sich die Freiheit, ihn durch ihre Abgesandten wegen seiner Lebensart, dadurch ersich einen grossen Haß aufbürdete, höflich erinnern zu lassen. Er bcdienete sich abereiner Art sophistischer Ausflüchte, damit sich lasterhafte Menschen erst selbst betrü-gen, und hernach auch andere zu betrügen hoffen. Endlich aber sagte er ihnen ganzrund heraus, daß er geboren sey, andern Gesetze vorzuschreiben, nicht aber von anderndergleichen anzunehmen; er lebe auf eine solche Art, die ihm am besten gefiele, undWenn seine Freunde wider seine Weiber was einzuwenden hätten, so mochten sie ihm^sur andere aus ihrem eigenen Lande schicken w). Der Verfasser, aus welchem wir die-sig genommen, war ein Augenzeuge von dem, was er geschrieben, und war öfters umSeine Majestät von Bantam; den er als einen Herrn beschrieben, der von Person^genehm, in seinem Umgang leutselig, in Unterredungen aufgeräumt, bey dem allen6 ber listig und in seiner Gottlosigkeit fluchwürdig gewesen. Zu seines Vaters Zeitendurften die Holländer nicht einzeln aus ihrer Vestung gehen; unter seiner RegierungAr waren auch kleine Detachements nicht sicher, so daß, als ein Lieutenant mit zwanzig^ann war niedergehauen worden, die Regierung zu Batavia sich gcnöthiget sahe, ihreGarnison ansehnlich zu verstärken ch. Dieser Monarch starb, wie er gelebet hatte,^hlich, und ohne ein Zeichen der Reue über die vielen Schandthaten, deren er sich'Huldig gemachet hatte y). Wir haben also gezeiget, wie die Holländer, die, ob sie^ich j„ Vergleichung mit andern europäischen Colonien außerordentlich stark sind,^nnoch in Vergleichung mit den Einländern überaus schwach sind, ihr Gebiete aufInsel Java erhalten, den natürlichen Monarchen derselben weismachen, daß sieSchutz der Compagnie vieles zu danken hätten, und der unumschränkten Gewalt^ffer Monarchen sich dazu bedienen, ihre Unterthanen in einer Unterwürfigkeit zu er--Een, die sie weder durch ihre eigene Macht, noch durch die ganze Macht der Republik,Souverenität sie erkennen, würden auswirken, oder dasjenige zu Stande brkn«
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>1) I.'Lxpsä!non äs rrols VüIUeLux kc,m. 2 . p.l<-5. >v) Nieolaus de Graaf Vny-IZSS p. 20.-.
I-'Lxpe.Hrion 0s rrois VsiÜAUX wM p- >9^ >97 ' k) Hamilksn ok U>e
Lslt InLes vvt.L. p. 127. y) U'LxpsäiiwNl äe crois Vsltlesux. Win. 2 . p. ,-,7.