Z 8 6 XIII. Buch. Historie der ostmdischen Handlungsgeselschaftem
Unterthanen. Dieser Anschlag, ob er gleich mislungen war, machte in dem Gemüthedes Königs einen solchen Eindruck, daß er seinen Vater nebst einem der Aeltesten undVornehmsten von Adel nach Barcwia schickte, damit sie daselbst in sicherer Verwahrunggehalten werden möchten r), äusserte auch sein Verlangen dahin, daß die Holländermehr auf ihre Sicherheit bedacht seyn mochten; wobey sie sich nicht lange bedachten,sondern ein viereckigtes steinernes Fort aufführten, das ohngefehr einen Pistolenschus vonder Vestung Bantam lag und den Namen Sreelwyk bekam, welches, da es jederzeitmit einer starken Garnison und mit Kanonen hinlänglich besetzet ist, sowol den Haftn,als die Stadt zugleich commandirct, die Ausländer von dem ersten zurück halt, in derletztem aber den Tumult verhütet, zur gegenseitigen Zufriedenheit sowol des wollüstigenund bethörten Monarchen, als auch der holländischen Compagnie H D).
§. 220. E
Wie sich die Durch diese Schritte wurde diese andere grosse Macht auf der Jtts'l Iavä
Holländer zu unter ihre Vormundschaft, obwol nicht unter ,ihre offenbare Bormässlgkeit gebracht'Denn die Holländer thaten dem Könige in keinem seiner Vorrechte einen Abbruch; sitmachet. liessen ihn im völligen Besitz seiner Einkünfte; sie schmeichelten ihm beständig durch
sandtschaften und überhäuften ihn mit Geschenken; sie legten ihm, nach morgenlandischckGewohnheit, die prächtigsten Titel bey; sie bezeigeten bey aller Gelegenheit gegen Se"^Majestät die unverletzlichste Freundschaft und tiefste Ehrerbietung, damit nie der Vchdacht bey ihm aufsteigen möchte, daß er im Grunde weiter nichts als ein Vasall,vonnen sey t). Zu diesem Zustande einer anscheinenden Oberherrschaft und wirklichenpendenz, dabey aber im völligen Besitz eines zahlreichen Seraglio, eines Schakes VchEdelgesteine, die er bewunderte, belustiget mit kostbaren Schauspielen, eingehüllet iltein Gewölke von lieblichem Rauchwerk, brachte er seine lebenstage zu einem hohenter, und starb endlich, wenig geachtet von seinen Aliirten, und noch weniger von sein^Unterthanen, die ihn vielmehr hasteten, weil er ihnen ihr Commercium genommen, ^
r) Nie. Graaf Vny^ss p. LZ-,. H) Lhoift fmirnsl rlu Voy-IZS ws 8i»m p. l6o,
t) Unpaiiiw zurriküLlion cik rbs LaZIisy Lstt Irwin Lvmygn^.
V) Der Schriftsteller, auf dessen Credit wirdieses erzählen, heißet Claus van Graaf, oder,wie ihn sein französischer Uebersetzer genenner hat,Nicholas Se Graef. Er war seiner Profes-sion nach ein Wundarzt, und that zwischen denJahren i6zy und 1687 fünf Reisen nach In,Sien, von welchen er eine Beschreibung heraus,gegeben, die so deutlich und bcstimt «bgcfasset ist,als von einem Mann von seiner Profeßivn zu er-warten stehet, der zwar nicht gänzlich ungelehrt,aber mit der Kunst zu schreiben unbekant, und da-her auch weniger fähig war, den Lesern was auf-zubinden. Von ihm haben wir erfahren,, daß derholländische Favorit des Königs von Bancam ein. Maurer seiner Profeßion, dabey aber ein schlauerKopf gewesen, der sich bey diesem Herrn dadurchbeliebt gemacht, da er ihm einen neuen steiner-
nen Palast gebauct, darin er mit mehrerer ^'quemlichkeit wohnen können, und nicht besessdürfen, ein Opfer einer schleunigen Conssir^'zu werden. Dieser Palast stcllete, nach dew ^richt unsers Schriftstellers, zugleich eine 2lrtner Vestung nach ihres Baumeisters Ersiy^vor, die ein länglich Viereck war, auf DWinkel Bastionen, zwischen denselben aberMonden hatte, deren-Wälle mit Kanonenhet waren, die von den Engländern und(ändern gekauftt worden. Er meldet u»^ner, daß dieser-Holländer, um zurnes Prinzen erhoben werden zu können, ei»hainmedaner geworden, die BeschneiduNSgenommen, und einen grossen Eifer um. "ligion des Königs bewiesen 8 z).
LS) Vvz-ܧes z-u-i luäes Onentalos sc «I ll' autros lieux <Ze I'^üs p. Lik.