Band 
Sechs und zwanzigster Theil.
Seite
409
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5. Hauptst. Z. Abs. Von den Colonien der Holländer rn Indim. 405-

§. 2Z2.

achdem wir nun die Historie der holländischen ostindisthen Cour- Lage dcrsrad^pagnie so deutlich, als es uns nur möglich gewesen, bis aufDaravia.die gegenwärtige Zeit vorgetragen haben; so erfordert es nunauch unsere Schuldigkeit, die Staaten, so dieselbe im Besitzhat, die Art ihrer Regierung, die vornehmsten Waaren, sosie daraus ziehet, und die Menge der Einwohner zu beschnei,öm, die sich in den unter ihrer Herrschaft stehenden Orten aufhalten: wodurch sowolunsere in der bisherigen historischen Erzählung beiläufig angebrachte Anmerkungen kön-nen bestätiget, als auch dem Leser ein deutlicher Begrif von dem vortreflichsten Staatgmrachet werden, der jemals lediglich auf das Commercium gebauet, oder der jemalsdurch eine Seemacht erobert und erhalten worden. Wir wenden uns daher ohne eineiveitläuftigcre Vorrede, zur Ausführung dieses wichtigen Stücks unsers Vorhabens,

Und machen den Anfang mit der großen Stadt, die der Hauptsitz ihrer Staaten ist,

Und die, wie wir vorhin gemeldet haben, erst neulich aus den Händen ihrer Feinde er§wertet, lind gleichsam als ein Phönix mit neuer Starke und (Schönheit aus ihren Trüm-mern hervorgezogen worden; einer Stadt, die wegen ihrer glücklichen Lage im Mit-telpunct der Lander, die unter ihrem Befehl stehen, von gröster Wichtigkeit ist; einerStadt, die wegen ihrer Pracht nicht nur der Compagnie, sondern auch der ganzen hol-ländischen Nation Ehre machet; einer Stadt, die nach allen andern Absichten durchvielerlei) Umstände von vielen Städten unterschieden ist. Der vortrefliche Handelsplatz^«cavia, auf der Insel Java, lieget unter dem sechsten Grad der südlichen Breite,

Und ist die Hauptstadt der weitläufigen Staaten, die der holländischen ostindischen Com-pagnie zustehen. Sie ist als der Stapel anzusehen, wo alle Waaren und Reichthü-mer , hjest grosse Compagnie besitzet, niedergeleget werden 2). Sie ist mit einemDoall umgeben, der ein und zwanzig Fus dick, von aussen mit Steinen eingefasset,

und

2) Ein Hauptvorcheil, den diese Stadt bat,ohne welchem sie schwerlich würde besiehe»jsi die grosse und bequeme Bay, in de-Dusin sie gleichsam lieget. Längs der Münrdes Hafens liegen siebzehen bis achtzchen In.-einige in, andere aber ausser demselben, wo-"rch die Heftigkeit der Winde dergestalt bezäh-und die Macht der Wellen so gebrochen wird,er nicht nur als einer der sichersten Häfen in-ondien, sondern auch in der ganzen Welt, migese-werden kan, 'und ist dabey so räumlich, daß einr^uscnd Schifft sicher vor Anker liegen können i)."langend die kleinern Fahrzeuge, so liegen sie an' Ufern der Flüsse auf einem sehr weichen

Schlam. Die Ufer der Flüsse sind bis an denBanne mit Werkstücken eingefasset, und alle Boo-te, die den Flns aufwerts paßiren, entrichten,wenn sie mit Salz beladen sind, der Regierungein Real; wenn sie aber mit Steinen beladensind, noch zweimal so viel 2 ). Es ist unberschreiblich, was may sich hier sowol, als auch inallen andern holländischen Häfen für Mühe gibt,Schistvorrath und Materialien zum Schifbau,wie auch alles andere in grosser Menge vorrathigzu haben, was zur Ausbesserung aller Arten vonSchiffen gehöret, wodurch der Handel der Com-pagnie gar sehr erleichtert und den Einwohnerngrosser Vortheil verschaffet wird z).

r) Ncuhof Vovnges g. ro;. Tavcrm'ec Voyex-S cles Inäes ?. 2. I..c. 21. Le Lrini sd s --guai V«v 2 gL 3 Vol. s. p. 79 . ;) Abraham du Bois LeoZi-zMe moäerne x. SH 8 .

N.H.8.TH. Fff