5. Hauptst. z. Abs. Von den Colonien der Holländer in Indien. 437
der wegen ihrer natürlichen Feuchtigkeit, oder weil sie bey ihrer ersten Einsinnlung nichtgehörig verpfleget werden; wobey, wie man sagt, einige Kleinigkeiten in acht genom-men werden müssen, daraus die Bedienten der Compagnie ein grosses Geheimnis ma«Heu. Man versichert, daß der Geschmack dieser Frucht, wenn sie reif ist, das ist,des Kerns, der zwischen den beiden äussersten Schalen stecket, anziehend, widerlich, hitzigund überhaupt sehr unangenehm sey, und gleichwol ist kaum etwas so delicat am Ge-schmack, als wenn sie entweder eingemachet oder in Zucker eingelegt wird. Unterden Einwohnern dieser Insel gibt es eine Art Bürger, die allein berechtiget sind, dieGarten zu diesem Muscatennusbaum anzulegen, dafür sie eine sehr massige Vergütung^kommen, und doch sehr wohl dabey leben. Es wächset hier sowol als zu AmboMagewisser Baum, Namens Laliputte, von welchem sie ein sehr ergiebiges und ge-sundes Oehl zubereiten, das sehr theuer verkaufet wird l) C).
§. 248.
Die Castelle und Blockhäuser auf den Inseln von Bands sind überaus wohlbevestiget; um aber zu verhüten, daß nicht etwa ein Feind unter holländischen Flaggenin den Hafen einlaufen möge, so lieget beständig rund um die Küste ein Geschwaderkleiner Schiffe; welche, so bald sie ein fremdes Schis ansichtig werden, dasselbe sogleichumringen, und untersuchen woher es komme, wohin es wolle, und wie stark es be-setzt sey. Die Besatzung ist zahlreich, dabey aber so elend daran, als irgend eine in derCompagnie Diensten ist, welches vorn Maiigel der Lebensmitte! herrühret, indem dieInseln einen unfruchtbaren findigen Boden haben, der keine esbaren Erdgewächse trä-ger-, weswegen die Soldaten Katzen, Hunde und andere Thiere, die ihnen in denWurf kommen, fressen >"). Ausserdem behelfen sie sich mit Schildkröten, damit sie
Iii z sechs
l) I.'Lxpsäicmn äs crois Vrillesux com. 2. p. 156. in) Hamikron ^ecounc »5 rds x,!t I11-
äies viä. s. p. 142.
D Man mus sich nicht wenig darüber 1VUN-daß vor der Ankunft der Europäer in^escil Gegenden die daselbst Gebornen. keinenÄschen Gebrauch von den Specereicn gemacher,yflk wir thun, sondern daß sie nur Oehle oder"lsaine daraus zubereitet, die sie gegen Kopf-^Merzen, Magenwehe und Lähmung der Glie-^ für fthr dienlich gehakten z 9). Der Kaiser°n Ceylon lässet die Blüte der Zimmetbaume'vchen, und wenn das auf dem Wasser schwim-me Oehl abgeschöpfet worden und im Schat-7 * geronnen, so wird es weis und hart, wovon^chher Lichter gezogen werden, die nur in seinembiiner brennen 40). Zndes ist feinen Unter-^>>en erlaubet, von dem im Text crwchntenein Sehl zuzubereiten, das sie in ihrenU'pen brennen und auch äusserlich mit gutembrauchen 41). Was man oleum lVstsl-r-"ri nennet, ist nichts anders als ein aus den
Blättern des Zimmetbaums zubereitetes Oehl, wel-ches sehr dichte und bitter ist, und fast so schme-cket wie das Nelkenöhl, wenn es mit etwas vondem wahren Ziiumctöhl versetzet worden, undalsdann kau es sowol innerlich als äusserlich ge-brauchet werden 42). Zu Amboyna bedienensich die geboryen Insulaner des Nelkenöhls aufgleiche Art, hauptsächlich aber gegen Erkältungen.Zuweilen mischen sie etwas vom Nelkenpulver un-ter ihren Tobak; da aber solches den Kopf sehrangreift, so findet er keinen Abgang. Auf denInseln BanSa wird das Muscatennusöhl widerkrampfhafte Zufälle und Lähmungen gebr. '. her,wenn man in freier Luft geschlafen; ein Zufall,der in allen diesen Ländern sehr gewöhnlich ist 4;).Räch und nach ist das im Text erwchnte Oehl,weil ps wohlfeiler ist, und eben so stark riechet,mehr in Gebrauch kommen, als alle übrige Ar-ten 44).
Abbe Gupon Idllllirc äes Inäes Orienrales vcä. r. p. 19g. 40) visiionsire äs k7«m-
msrce voll 1 soll 647. 41) Dr. (barem dlemoires. 42) Oi§liviigy's ye Lttni-
Mkice vol I. col. ä47. walchcr Scheinen Vv)g§e vvl. I. z>. 148. 44) Die-
ses hüt man aus Privatmchrichken.
Beschaffen-heit der garni-son und ein-wohyer dieserinsel.