4 Z 8 XIII. Buch. Historie der ostmdischen Haudlungsgeselschaften.
sechs Monate im Jahr hinlänglich versehen sind: ausser dieser Zeit schätzen sie sich glück"lieh, wenn sie zuweilen einen kleinen abgehungerten Fisch fangen können. Ihr Brodtbereiten sie vom Saft eines Baums, der, wenn er erst abgezapfet wird, wie Bierhe"fen ausstehet, wenn er aber trocken worden, so hart wird als ein Stein; wird er aberwieder ins Wasser geleget, so quill er auf und gahret, und so wird er esbar, das ist,in einem lande, wo man sonst nichts anders hat. Was Butter, Reis, gedörreteFisthe und andere Eswaren anlanget, so werden sie von Batavia hieher gesendet, sindaber viel zu theuer, als daß der Soldat seinen Unterhalt davon hinlänglich haben könte.Die Wahrheit zu sägen, wie die Einwohner dieser Inseln gar nicht unter die glückli-chen gehören, so leben sie hier auf eine solche Art, wie sie es verdienen, indem keinehrlicher Mann sich gerne auf diesen Inseln niederlasset ng. Die gsbvrmn Insulanersind so grausame, meineidige und unbändige Menschen, wenigstens nach der Beschrei-bung der Holländer, daß die Compagnie um ihrer eigenen Sicherheit willen genöthi-get worden, sie auszurotten, und eine holländische Colonie hieher zu senden. Aber esist eine solche Colonie, die den Zustand der Insel gar nicht verbessert, indem sie aus denniedrigsten und schändlichsten Leuten bestehet, die, weil sie sonst nirgend fortkomme»können, froh gewesen, wenn sie hieher transportiret worden, oder die auch dazu verur-teilet worden, hier zu crepiren. Das .beste ist, daß ihr Elend nicht lange währet!denn sie sterben bald an Bauchschmerzen oder an der Darmseuche, welches die epidemi-sche Krankheit des Landes ist. Um dieser Ursäch willen, und weil junge liederliche undausschweifende Leute von ihren Anverwandten hieher gesendet werden, pflegen die HostLänder zuBatavra überhaupt Lonrhor, oderBandam, die Zuchrhauslnstl zu nen-nen o). Die, so noch am erträglichsten, sind die Schwarzen, die hier gewöhnestehe die Holländer diese Insel erobert, und die seit der Zeit in ihren Gebirgen ganz ritzhig gelobet. Einige der neuesten Nachrichten aus dieser Weltgegend melden uns, daßdie Compagnie angefangen, einen Versuch zu machen, ob zu Amboyna die Anpflan-zung der Muscatennuebäume zu einiger Vollkommenheit gebracht werden könte, wel-ches, wie man glaubet, in der Absicht geschehen, diese Specerey gänzlich hieher zu ver-legen, wie sie es auch mit den Gewürznelken gemachet, indem die Auswürfe des vorek-wehnten Fer erbcrges immer öfter vorfallen, folglich auch das Clima der Inseln vo»Lairda immer schlechter wird p).
§. 249.
Die Stadt und Vestüng Macastar auf der Insel Celcbes, wird als das vick-«Äouvmie- ^ Gcmvcrnement angesehen, das unter den Befehlen der Compagnie in Ostindien ste^mssar?" Diese Insel lieget zwischen Bornes und den moluckischen Inseln, ohngefehr hulidtlund sechzig Meilen von Bcktavia. Ihre Gestalt ist gewisser Maassen rund, und r?D- "ter etwa hundert und dreißig Meilen. Sie heissct, und zwar mit allein Rcss -der Schlüssel zu den Specereiinscln. Die Regierungsform ist meist eben diesig-die auf andern Inseln eingeführet ist. Seitdem die Holländer die porrusswssdavon weggetrieben, so haben sie an den Küsten Vestckngswerke angeleget, und cs .get allezeit eine starke Garnison in der Vestuug Macastär, wo der Gouverneur repret; welches auch um so viel nöthiger, da diese Insel sehr volkreich ist, und die Einw^
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