Band 
Sechs und zwanzigster Theil.
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z.Hauptst. z. Abs. Von den Colonien der Holländer in Indien. 447

leitet werden können. Als neuerlich Herr van Steel Gouverneur auf dem Capo war,so durchrcisete er das Land, und untersuchte es mit grosser Aufmerksamkeit. Er lies anverschiedenen Orten Garten anlegen und Lusthäuser bauen. Die Bauren aber, diei'cim Bau der Häuser und Anlegung der Gärten gebrauchet wurden, übergaben eineKlage bey der Compagnie, und führeten an, daß ihnen dieses grossen Schaden thäte,und sie ausser Stand sehte, ihre Familien z« unterhalten. Hierauf wurde der Gouver-Neur sogleich zurück gefordert. Indes waren seine Entdeckungen von wichtiger Folge,indem man daraus nicht nur die innern Theile des Landes, sondern auch die Nationen,so dasselbe bewohnen, kennen lernete p).

§. 255.

Dieß-, so weit als sie bisher entdecket worden, bestehen aus sieben verschiedenen AbbildungKationen, die alle unter dem algemsinen Namen der Hottentotten begriffen sind. Die ^ Hotten-erste und unerheblichste ist ohne ein Oberhaupt. Sie wohnen in der Nachbarschaft des^apo, und stehen meistens in Diensten der Compagnie; sie halten sich bey den Bürgernüus, oder werden von den Baurcn und Pächtern zum Ackerbau gebrauchet. Die zweiteNation bewohnet die Gebirge, oder besser zu sagen, sie hält sich in den Holen der Bergeauf. Diese sind nun Erzdiebe, und leben lediglich von dem, was sie den zahmen Hot-tentotten gcraubet, mit welchen sie unaufhörlich Krieg führen. Eins ist indes andieser diebischen Nation merkwürdig, nervlich, daß sie keinen Christen bestehlen, oderihm beschwerlich fallen. Die dritte Nation heißet Rlem Macqua; die vierte,

Bros Macqua ; die fünfte, Alem Ancqua; die sechste, Gros Rrtcqua. DieWörter Macqua und Artcqua heißen so viel als König, oder Oberhaupt. Sieliegen einander beständig in den. Haaren; wenn aber eine Nation in Gefahr stehet, zuGrunde gerichtet-zu werden, so vereinigen sich gleich zwo oder drey Nationen. Denndas Gleichgewicht der Macht ist eine Maxime, die von den Horrentorren so gut ver-banden und beobachtet wird, als von den Potentaten in Europa a). Ein Theil dieser^>vttent0kten hat sich freiwillig unterworfen, und sie heißen daher der Compagnie Hot-tenrorteu. Die Holländer schicken jährlich fünfzig bis sechzig Personen ab, die mitdiesen Leuten handeln müssen, denen sie ihr Vieh abkaufen, und ihnen dafür Arrak,

Toback, Hanf und Sämcrey geben, deren sie benörhiget sind; und dadurch wird dasgute Verständnis mit ihnen unterhalten. Diese Hottentotte» der Compagnie werdenAers von den andern Nationen angefallen, und wenn sie sehen, daß sie so weit denKürzern gezogen, daß sie sich nicht länger vertheidigen können, so stellet sich der KönigA die Spitze eines kleinen Corps, und marschiret mit demselben gegen das Capo, umAistand zu suchen. So bald er angekommen, gehet er mit den Vornehmsten seinerKation zum Gouverneur, halt seinen Commandostab in der Hand, der ihm von derssvmpagnie gegeben worden, und daran das Wappen derselben befindlich ist. ErAeckt denselben gegen den Gouverneur aus, und begehret Hülfe von ihm. Tragt derGouverneur Bedenken ihm zu willfahren, und will ihn mit guten Worten abspeisen; soAst er demselben den Commandostab vor die Füsse und spricht gebrochen holländisch:

^vor mer meer Lompagmes Horrenrot, das ist, ick rvill nicht mehr der^rnpagnie HottentSt se^N. Gemeiniglich läst ihn der Gouverneur mit einigen

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