z.Hauptst. z.Abs. Von den Colomen der Holländer in Indien. 4.71
^genheit finden, als wir wirklich sind, ohnerachtet so viele Beschreibungen und Nach-«
Achten von der Insel Japan in verschiedenen Sprachen ans Licht gestellet worden, ausderen Gebrauch ein nachdenkender Leser nur eine sehr mäßige Befriedigung findet 1). Nurso viel wissen wir gewis, daß die unter der Herrschaft des Kaisers stehende Lander sehrgros und sehr fruchtbar sind, so, daß kein Thell der Welt, selbst China nicht ausge,kommen, die Nothwendigkeiten des Landes in grösstem Ueberflus hat. Ausserdem sinddie Einwohner im Besitz vieler kostbaren Waaren, schöner und prächtiger Manufaktu-ren. Künste und Wissenschaften blühen in diesem Reiche, wie es der unter ihnen Herr«sthende Geschmack mit sich bringet. Es fehlet ihnen daher an nichts, was zur Be-quemlichkeit, ja was auch zur Pracht und Verschwendung gehöret, davon man allent-halben die deutlichsten Merkmale an ihren Gebäuden, Kleidung, Equipage siehet, undwas sonst nur etwas beitragen kan, den Unterschied unter dem verschiedenen Range derMenschen zu entdecken; worin alle Reisebeschreiber mit einander übereinkommen r).
Bey dem allen wird eine bewundernswürdige Ordnung und eine sehr strenge Disciplinbeobachtet, die von der Genauigkeit ihrer Gesetze und von der fürchterlichen Strengig-keit herrühret, damit dieselben gehandhabet werden, ohne welche es vielleicht unmög-lich seyn möchte, die unzähligen Einwohner dieser volkreichen Inseln in den Grenzen desGehorsams zu erhalten s).
§. 271.
Anlangend die Gemüthsbeschaffenheit und das Genie dieser Nation, so thut Gemüchsbe-Man besser, wenn man sich aus Begebenheiten einen Begrif davon machet, als wenn schaffenheitwaii den Stof dazu aus den Schriftstellern nimt; denn da sich diese öfters widerspre- der Japanercheu, so kan auf ihr Urtheil nicht viel gebauet werden. Was die Religion betrift, soH der gemeine Haufen, wie in andern Ländern, sehr zum Aberglauben geneigt; soWie hingegen der klügere und vornehmere Theil der Nation zu dem entgegenstehenden Ab-wege sich neiget. Ihre Verfolgungen und die Maasregeln, deren sie sich bedienen, dasAufkommen der christlichen Religion unter ihnen zu verhüten, scheinen nicht sowolWirkungen eines Religiouseifers, als vielmehr Früchte eines politischen Abscheues anWsserm Glauben zu seyn, der aller Wahrscheinlichkeit nach seinen Grund in der Unbe-hheidenheit der portugiesischen und spanischen Miffionarien hat, und was sich dieselbenüber ihre Jünger herausgenommen. Alllangend ihre Geschicklichkeiten in bürgerlichenAngelegenheiten, so ist gar kein Zweifel daran, daß sie gros sind, indem alle Arten ge-lehrter
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Lhardin, Larron, Charlevoix 11. a. s) Mitmre äu zspoa r»m.x. 6 s.
gesandten von Maeao; das Schis, in web den groben Stolz ausnehmen, der eine wilkürli-ihre eigene Leute zurück gesendet worden; che Botmäßigkeit in allen Ländern und in allenAntwort, so sie den Abgesandten des Königs Gegenden des Himmels zu begleiten pfleget: s»
Portugal, Johann is des vierten, gege,- finden wir sonst in ihrem Verfahren gar nichtsund die List, mit welcher sie die Beschwer- barbarisches , oder etwas seltsameres und unge:
, Meilen den -Holländern auf den Hals gewäl- reimreres, als man in denen in Europa publieir-damit sie auf ihr Anralhen andere Nationen ten Manifesten findet, darin man sich bemühet,ychgen sogen: das sind lauter deutliche und un- himmelschreienden Ungerechtigkeiten den Scheinwrrflzche Beweise davon. Denir, wenn wir der Gerechtigkeit und Billigkeit zu geben 84).
84) Die Ampel, worauf man sich hier bezogen hat, findet man in verschiedenen Theilen dieses Merks,