5. Hauptst. z. Abs. Von den.Cotonien dee Holländer in Indien. 43z
.§. . 277.
'Ein anderer Resident'besorget die Angelegenheiten der Compagnie im König-reich Gram, und- er hat einen Assistenten oder Buchhalter, unter sich. Die Compa- Jnckönigrcichstille treibet hier einen.gar ansehnlichen Handel mit Zinn, Bley, .Elephantenzähnen, Slam.^uinini, Lack,- Wolle .und.andern Waaren. Der König ist ein sehr furchtbarer Herr,dessen Gebiet auf dreihundert Meilen im Umfang hat, und er reihet alle Nationen, instilln Staaten freie Handelschaft zu treiben. .Doch müssen die Schiffe, die nur eint-TErmaffen schwer beladen sind, auf sechs und dreissig Meilen weit von seiner Residenzden Anker auswerfen,-weil der Flus tNenan, an welchem sie lieget, so schnell undWissend ist, daß sie nicht, ohne äusserste Mühe austverts.gezogen werden können. Die-stt Flus trit, wie der. Nil und. verschiedene andere Flüsse in Indien, zu einer.gewissJahrszeit aus seinen Ufern; so, daß in der einen Hälfte des Jahres der beste Theildes Landes unter Wasser stehet, weswegen auch. die Häuser alle auf Pfählen stehen p).
Das Land. in Siam ist sehr ergiebig und fruchtbar, und es wird. daselbst ein starkerHandel von den EHmesern getrieben. .Die Holländer gemessen alda grosse Privlle-Mn, und werden als die beliebteste Nation angesehen, selbst nach der grossen Revolu-§!on, die sich in S:am bald nach der . Abreise der französischen Abgesandten zugetra-gen. Denn die Holländer sehten sich bey dem neuen Könige in guten.Credit, weildie Engländer die besten Plätze in der.Regierung, stwvl im Civil-, als Militairwesen-don seiirem Vorfahren, den er 'ermordet, erhalten hatten. Es konte daher mit seinerPolitik nicht bestehen, mir denen grosse Gemeusschaft zu haben, von denen er wüste,
^>ß sie seiner königlichen Würde nicht hold seyn kouten. Die -Gewogenheit, die er denHollandem erwies, ward für seine Nachfolger-zu einer Regel, , und man hat sie, wie^rhin angemerket worden, siic der Zeit werth gehalten H. Sie haben eine FactoreyUngefehr eine .Meile, unterhalb der Stadt Gram, aufdsr Seite des Flusses, der sie m^en Stand sehet, eine grosse Menge Hirfchhäute zu samlen, die jährlich nach Japanversendet werden; , und dieses Commercium samt . dem mit dem Zinn, welches sie alleinMben, davon ein grösser Ueberflus vorhandm und welches.von besonderer Güte ist,
Machet, daß sich die Compagnie, mehr Mühe gibt, den König von Gram bey guterT^une zu erhalten, als sie den meisten ihrer Nachbarn thut. Die Sianiestr sind selbst^ Handelschaft sehr zugethan, noch mehr aber die daselbst wohiwnden Lhmefet:, so,sie jährlich nach Japan Schiffe auslaufen lassen; welches für etwas sehr äusserer«
Etliches zu halten, tverm man bedenket, nnt was für Schwierigkeiten die Schiffahrtverbunden ist. ..Sie rühmen sich, den Gebrauch des Compasses tausend Jahrgehabt zu.haben, als er in Europa entdecket worden. Die Jesuiten haben aber
^^gemcrket, daß der-Compas bey ihnen, wie. bey denChinesern, gar was unvolkomme-^ ssy, welches, wie wir urtheilen mögen, von der Regularitär derTradewmde herrühret,
^ eir,e genaue Abtheiluisg des Compasses weniger nöthig machen, als unter uns ') 2).
Ppp 2 §. 278.
p) Voygxe üe 5i,m liv.6. gh ViÄiomiire Se Lolnmsr« rom. 2. eol.^ 804 .8v5° k) Lts-
m»ir°L sur le eowmerce ä-s Nvllsiulois p.iy7-
2 2) Man findet schwerlich einLand imVrisut, Siam. Zndeskönnm wirganz getrost behauptest,tin^ schein wir häufigere Beschreibungen haben, daß kein Land iinBrieM, von gleicher Grösse, mehr> ° das dem ungeachtet so wenig betaut ist, als kostbare Waaren liefert, als dieses; welches auch