Band 
Sechs und zwanzigster Theil.
Seite
484
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484 Xlil.Buch. Historie der ostindischen Handlmigsgeselschaften.

§. 278.

Zu Mocha, an der Küste von Arabien, ist die dritte Residenz angeleget,Zu Mo'cha in wo der Resident allezeit ein Kaufmann ist, der zween Buchhalter oder Assistenten ur.rcrArabien. sich hat. Dieses Land stehet unter der Regierung eines arabischen Fürsten, der den Ti-tel eines Immaum oder Königs führet, und an einem Ort wohnet, der zweihundertMeilen ostwerts von Mocha lieget. Der Seehafen seiner Staaten war ehedem AdcN;weil aber derselbe unbequem war, so verlegte er ihn funfzehen Meilen weiter zurück,nach Mocha, welches sonst nur eine Fischerstadt war. Mocha lieget hart am Meer,in einer grossen, dürren und sandigen Ebene, oie weder Fruchte noch Wasser hat, das-jenige ausgenommen, das so trübe und ungesund ist, daß bey denen, die es trinke»müssen, lauge Würmer in ihren Lenden und Füssen entstehen, die eben so schmerzlichals gefährlich sind s). Indes werden sie von L4!osir aus mit gutem Wasser versehen,welcher Ort auf zwanzig engländische Meilen davon lieget, und weil es zu Lande dahingebracht werden mus, so komt den Einwohnern das Wasser so hoch zu stehen, als daskleine Bier in England ist. Dieser grossen Unbequemlichkeit ungeachtet, ist die SradttNocha gros, ziemlich bevestiget und hat von der Seeseite ein gutes Ansehen. IhreMarkte sind mit Lebensrnitteln wohl versorget, mit Rind-Hammel- Lamm- Ziegen- Da-niel - Antelopensteisch, gemeinem Federvieh, guineischen Hünern, Rebhünern und Tau-ben t). Das Meer liefert mancherley Fische, die aber keinen guten Geschmack habe»/welches von der ungemeinen Salzigkeic des Wassers und der Beschaffenheit ihrer Nah-rung herrühret. Die Stadt ist das ganze Jahr durch mit gutem Obst versorget, alsWeintrauben, Pfirsichen, Apricosen und Quicren, woraus sie einen Quittensäfr berei-ten, sowo! zu ihrem eigenen Gebrauch, als auch zur Ausfuhre, ohnerachtet nahe rBdie Stadt ausser einigen wenigen Dattelbäumen nicht ein Strauch zu sehen ist; wie esdenn selten des Jahrs zwey oder dreimal regnet, und öfters regnet es in zwey bis drey

Jah-

s) Abraham du Boi's c-soxrgplüe moäerne p. 6iz.llles vol. k. p.4>-qz.

t) Hamilton ^ccvunr vs rke Lalt ^

die Ursache ist, warum die -Holländer auf dieses Vortheil ist, und sie in den Stand sehet, alle a»-Commercium so aufmerksam sind. Etwas sonr dere Wahren n», t>?n nv.,« a- c-«-»» m

dere Waaren um den Preis, den sie setzen, z" 'kommen. Denn, wenn sie merken, daß derdes Z mies fallen will, so versenden sie esEuropa. Weil sie am Hofe wohl flirrenso verkaufen sie mehr als irgend eine anderepäische Nation; wiewol dabey Nicht viel het«^komr, indem der Hauptvorrheil der CowP"s"',mehr in dem bestehet, was sie kaufen, als ^sie verkaufen. Der gemeine Mann in diesemde ist gew,ssermassen nichts anders , als ein 2 ^ 'ler, der dieses oder jenes verhandelt, und st-l -hen in einem sollen Credit der Ehrlichkeit, h?der Verkäufer dem iiäufer nie das Geldlet, der letztere aber sich selten die Waarengen lässet r).

») Oitlionsire 6 e Lommerce vol. 2. col. 804.805. r) ^temoires sur le Ommsree ä-s

1 -ln loi; p 1 . 1 -xpeäirion äs rrois Viütleaux vol. 2. y. 21z. Hamilton TVcrouat o

kalt Inäies vol. >. p. 178 >7S.

derbares ist es bey der Einrichtung dieses Landes,daß der König der einzige Handelsmann ist, und«in sehr weit ausgebreitetes Commercium treibet, in-dem er jährlich fünf bis sechs grosse Sommes nachChina, zwo na-i' Japan, ansehnliche tsieschwa-der nach Tonguin und Locbinchina, tnglcichennach Surar, ja bis an die Küsten von Perstensendet. Ohnerachtet nun die Güther dem Königegehören. >0 sind doch die Schiffe grossen Theilsmit Christen bemannet. Was sie zurücke brin-gen , wird in lerne Waarenlager gebracht, darauses an seine Unterthanen nach dem Preise, den erihnen setzet, verkaufet wird 1). Die hollän-dische Compagnie hat die Zinngruben zu Ligorin Pacht, welches für sie von unaussprechlichem