Band 
Sechs und zwanzigster Theil.
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613
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7 -Hauptst. r.Abf. Von dekftanzöslst Handlung blö allf Lndetvig 14. 6 l z

§. 370.

Dis war aber bey wertem nicht fo, vielmehr niusren Herr Martin und FortfthiWgv'die folgenden Statthalter auf Mittel bedacht seyn, wie sie sich selbst unterstützen,und die Factorey sowol als die Stadt durch ihre eigene Handlung und durch den Zielsder Indianer, die sich daselbst niedergelassen hatten , in gutem Stande erhalten möch-ten. Sie waren auch hierin so glücklich, daß, da die Compagnie täglich in mehrerenVerfall kam, hier alles die Gestalt von Ueberflus und Wohlfarth hatte. Niemandwüste oder fühlte etwas von Drangsalen, ausser nur die Statthalter und ihre Räthe,die sich jedoch niemals in Sinn kommen liessen, das Volk mit Auflagen zu belästigen,oder andern einen Theil der Last aufzulegen, um ihre eigenen Umstände dadurch ertrag,licher zu machen. Es ist zwar an dem, daß, als die Stadt für die alten Vestungs-werke zu weitläufig geworden, man für nöthig befand, sie mit einer neuen Mauer zttumgeben; fo deutlich aber auch die Nothwendigkeit davon in die Augen siel, und so Vor-theilhaft eine solche Verbesserung nur immer für das Volk seyn mochte, so fand doch derStatthalter es ganz unmöglich , die Kosten ohne Beihülfe der Einwohner zu bestreiken-Um nun solches ins Werk zu richten, bewies er gleiche Redlichkeit und Vorsichtigkeit.

Denn zuerst lies er den Platz zur Mauer auszeichnen, und an jeder Seite ein Stückdavon aufbauen. Hiedurch brachte er den Leuten einen Begrif bey, sowol von dmVortheilen, die mit dieser Bevestigung verbunden seyn würden, als auch von den Ko-sten, die darauf gewandt werden mästen. Dieses hatte die Wirkung , daß, als er denEinwohnern, um sein Vorhaben ins Werk zu richten, eine monatliche Kopfsteuer vonzwey Pfennigen auflegte, sie bis auf die letzte damit zufrieden waren , und die nöthigeSumme durch diese Auflage wirklich zusammen gebracht wurde. Anstak daß anderesich beschweret und sehr gemurret haben würden, bezahlten sie ihr Geld mit gröster Be-reitwilligkeit, und bezeugten dem Statthalter vielen Dank für die Vorsorge, die er fürihr Bestes hegte t). Hieraus siehet man ganz deutlich, daß, obgleich die Franzosenin ihrem Vaterland? sich fo viel mit der Grösse und Unabhängigkeit ihres Königs wis-sen, und von seinen Eroberungen aus einem hohen Tone reden, sie jedoch in Indieneine ganz andere Sprache führen, wo sie sich blos ihrer Liebe zur Gerechtigkeit und Maststgung rühmen, indem sie das kleine Gebiet, welches sie besitzen, an sich gekauft, mitden Nachbarn ein gutes Verständnis unterhalten, eine fo geräumige Stadt angelegt,und viele tausend Unterthanen blos durch ihre billige und milde Herrschaft dahin gezo-gen. Da dieser Umstand eben fo richtig als sonderbar ist, so kan man daraus ganz rich-schließen, daß die gesunde Vernunft allen und jeden einerley Denkungsart einflöße,

Hhh h 3 und

t) OWonsirs cle ttommerce wm. s. col. 791.

Mgleich ihre Unterthanen geschäftig. Ihrverdienst war zwar nicht sonderlich, indessenwachte es doch etwas aus. Und von Seiten einesVolks,, welches sich fast auf nichts sonst zu verlasse,,Arte, war ein solches Verhalten allcnial viel,.Aher wir uns schon hieraus einen Begrif von°°,r genauesten Billigkeit und den übrigen guten^Seilschaften machen können, wodurch sie sich beyEingeborncN von allen Religionen so sehe

beliebt gemacht habe»' Was für Folgen-

diese kluge Einrichtung nach sich gezogen , kömmkwir einigermassen aus den Einkünften schliesset,,die vom Zahr isg; bis 1710 der Compagnie iwRechnung gebracht worden, die sich an die Koooo»Limes belauft,,, ob sie gleich durch die Eroberun-gen der -Holländer waren unterbrochen' ,vov-den ;ü).

n) Aus Privat,lachrichtc,!'.

;§) Uistoirs lies I'näes OrislNalsz tom. x, x. 247.