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Anleitung zur Kenntniss des gestirnten Himmels / Johann Elert Bode
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604
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6o4 Dritte Abtheilung, dritter Abschnitt.

einen hellen Stral hinter sich läßt, zuweilen erscheinen sei,bige auch als kleine mit lebhaften Farben glänzende Kugeln,welche langsamer herab sinken und im Fallen verschwinden.Diese Erscheinungen sind unter der Benennung der fallen«den Sd.rne, Sternscbiessen, Sternschnuppen , be-kannt. Der gemeine Mann sagt auch, daß sich alsdannein Stern reinige. Da dieselben niemals beym bewölktenHimmel gesehen werden, auch keinen Knall von sich geben,so müssen sie über den Wolken und in der obern Luft ge-schehen, Wenn sich daselbst ein Haufen brennbarer Dünstedurch die Elcctricität oder einer Gährung entzündet, unddann fortschießt, so muß es uns in der Entfernung vor-kommen, als wenn ein leuchtender Körper in der scheinbarenGröße eines Sterns, (welchen der Unwissende sehr leichtvor einen Stern selbst ansieht) vom Himmel fiele, vermuth-lich schiessen diese entzündeten Klumpen so lange fort, bissie in den feuchten Dünsten der untern Luft verlöschen; denndaß eine wirkliche Materie derselben auf die Erde herabfallen sollte, wie sich einige vorgestellt haben, ist nochnicht erwiesen.

Der fliegende Drache, die hüpfende Zieae, Fackeln,brennende Kalken und andere leuchtende Meteoren, habenvermuthlich theils mit den fallenden Sternen einerley Ortund Beschaffenheit und sind von denselben nur in der Größeund Figur unterschieden, theils können selbige auch auszähen und groben Dünsten der untern Lust, die durch eineGährung ein phosphorisches Licht von sich geben und vomWinde in allerhand zufällige Gestalten und Bewegungenfortgeführt werten, entstehen. Der gemeine Mann hatihre seltsamen Namen nach seiner Einsicht und Einbildung. erdichtet.