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Anleitung zur Kenntniss des gestirnten Himmels / Johann Elert Bode
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605
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Von einigen Lufterscheinungen. 605

erdichtet. Oft ist eS auch gewiß/ daß diese Erscheinungenkeine Meteore sind/ sondern von gewissen leuchtenden In,secten herrühren/ die des Nachts in großen Schaarcn her-um fliegen.

Man sieht auch zuweilen des Nachts größere geller«kugeln, schnell durch die Luft fahren und stärker wie dervolle Mond leuchten. Einige gleichen runde» brennendenKörpern, die aus verschiedenen Oefnungcn Hauch undFlammen von sich auslassen. Sie verschwinden entwederauf der Stelle wieder, wo sie erscheinen, oder fliegen mitgroßer Schnelligkeit fort, ziehen auch zuweilen leuchtendeSchweife nach sich. Die Dauer ihrer Erscheinung ist ge,wöhnlich nur einige Secunden. Einige zertheilen sich ohneGeräusch; andere aber verursachen ein Sausen in der Luftund zerspringen mit einem großen Knall. Diese Feuer,kugeln find um so viel merkwürdiger, da sie nach allenBeobachtungen eine ansehnliche Höhe in der obern Luft undeinige tausend Fuß im Durchschnitt haben müssen. IhreGeschwindigkeit übertrift auch vielmal den Flug einer Kano,nenkugel. Daher haben die neuern Naturforscher dieMey«uung aufgegeben, selbige noch von den Dünsten unsererAtmosphäre herzuleiten, und halten sie für gewisse Theiledie sich durch die allgemeine Anziehungskraft im Weltraumzuweilen hie und da anhäufen und denen die Erde in ihremkaufe begegnet, ehe sie zur Sonne fallen. Andere glaubenihren Ursprung von entzündeten gröbern Theilen der Zo,diacalmaterie zu erklären. Die niedrigsten können wol eineAnhäufung brennbarer Materien unsers Dunstkreises seyn,die in der höher,» Luft vermöge ihrer Mischungen in eineGährung gerathen oder von einem elcctrischen Feuer ent-zündet