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Allqem Betrachtungen über d. Westqebaude. 62z
wohnlich aber sich durch Regen, Schnee, Thau und Nebelanüösen, auf den Flügeln des Windes getragen, von einemLande zum andern fortgetrieben werden, und so den Erdbo-den durch eine fruchtbare Befeuchtung dasjenige wieder ge-ben, was von chm aufgcsiiegen war.
Die Erde wird von der Sonne erleuchtet und erwär-met, deren wohlthätige Stralen überall Leben und Frucht-barkeit verbreiten. Der tägliche Auf- und Untergang derSonne giebt dem Erdball die Abwechselung von Tag undNacht und ihr jährlicher Umlauf am Himmel, eine perio-dische Wiederkehr der Jahrszeiten, um ihn nach dieser wei-sen Einrichtung des Schöpfers überall und gegen die Pole,so weit als möglich, bewohnbar zu machen.
Don diesem Erdball betrachtet der vernünftige Erdbe-wohner jene glänzende Körper, welche weit über der Atmo-sphäre am Himmel zu stehen scheinen. Schon der sinnlichschöne Anblick derselben zieht seine ganze Aufmerksamkeit ansich. Er sieht die Sonne mit majestätischem Glänze leuch-ten, und kennt alle die wichtigen Vortheile, welche dem Erd-boden aus ihrem scheinbaren täglichen und jährlichen Umlaufzufließe». Sinkt dieses Licht des Tages am Abend unterden Gesichtskreis, so tritt der Mond mit geschwächterm Lichteauf den Schauplatz, und ein ganzes zahlloses Sternenheerschmücket, als so viele glänzende Lichter, die nächtliche Bühnedes Himmels, nach allen Seiten, so weit immer die Augendes Menschen reichen. Der Bewunderer des prächtig leuch-tenden Firmaments wünscht vcn diesen großen Werken Got-tes jenseits der Erde eine nähere Kenntniß zu haben, um sichnicht allein am bloßen Anblick desselben zu vergnügen. Ernimmt die ihm von Gott gegebene Vernunft zu Rathe, und
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