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Anleitung zur Kenntniss des gestirnten Himmels / Johann Elert Bode
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624
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624 Dritte Abtheilung, vierter Abschnitt.

durch sie geleitet, sucht er, ohne alle Vorurtheile sich vondem Weltgebäude richtige und seinem großen Urheber höchstanständige Begriffe zu machen.

Mit Gründen, welche die Meßkunst an die Hand giebt,und die durch genaue Beobachtungen und Vcrnunftschlüssebegleitet werden, hat sich der forschende Weltweise über denErdball gewagt, um die Größe und Entfernung der Himmels-körper zu erforschen, und ihre Beschaffenheit und Laufbah-nen zu bestimmen. Er untersucht zunächst, welche Stelleunsere Kugel im Weltbau einnimmt, was sie für eine Be-wegung habe, wie sich ihre Größe gegen andere Weltkörperverhalte, in welcher Verbindung sie mit denselben stehe, undwie sie endlich ein Glied an der großen Kette ist> womit dieAllmacht Welten an Welten hängt, und die das ganze Welt-all umziehet. Der glückliche Erfolg dieser Bemühung mun-tert ihn auf, seine Untersuchungen durch alle Räume derHimmel fortzusetzen. Er findet unglaubliche Entfernungender Himmelskörper, und je weiter er nachdenkt, je mehrwird er genöthigt, sie noch entfernter zu setzen. Die Erde,so ungeheuer groß sie auch ihren Bewohnern vorkömmt, fin-det er mittlerweile im Weltraum sehr klein, wenn sie mitandern Himmelskörpern in Vergleichung gesetzt wird. Sinddie Entfernungen zu groß, als daß Beobachtungen und Aus-messungen nicht mehr hinreichen, so werden aus der Analo-gie, die überall im Weltbau herrscht, Schlüsse hergeleitet,um der Wahrheit so nahe als möglich zu kommen. Willder Weltweise weiter dringen, so müssen endlich die wahr,scheinlichsten Muthmaßungen auch zugleich die Schrankenseiner menschlichen Erkenntniß seyn. Unterdessen ist nichtnach bloßen Vermuthungen und Hypothesen, sondern nach^

wirk-