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Anleitung zur Kenntniss des gestirnten Himmels / Johann Elert Bode
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643
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Mgem. Betracbtung über d. Westgekauöe. 64z

keine Bewohner hätten, was sollte wohl ihr Endzweck undihre Bestimmung seyn, und was könnte man sich sonsten etfwa bey allen diesen großen Anstalten für Absichten desSchö-pfers denken? Vielleicht, damit die Nächte des Erdbewoh-ners ausser dem Mond auch noch von den Planeten erleuch,tet werden, oder dieselben den gestirnten Himmel hie und d»als glänzende Puncte zieren möchten? Gewiß nicht. Dennwie helle es die Planeten des Nachts machen, weiß eiu je-der. Ihr Abstand von uns ist so groß, daß der Schein,den sie uns zuwerfen, hiezu viel zu schwach ist, und scher-dem kennt ja der größte Theil der Menschen die Planetennicht, oder hält sie aus Unwissenheit oder unverzeihlicherGleichgültigkeit kaum eines Anblickes werth? Nur wenigeMenschen haben ihre Monden und andere Merkwürdigkeitendurch Fernröhre gesehen. Und hiemit sollte nun der ganzeZweck Gottes mit diesen Weltkörpern erreicht seyn? Nim-mermehr! Wie würde dies mit der Weisheit des Schöpfersübereinstimmen, bey dem die Mittel nach ihren Absichtenaufs genaueste abgemessen sind, welches der forschende Na-turkündiger auf der Erde so oft mit Bewunderung bemerkt.Wir sehen deutlich, daß, je weiter die Planeten von derSonne abstehen, je mehr ist für ihre Bedürfnisse gesorgt.Die Erde hat einen Mond, welcher ihre Nächte erleuchtet.Der Jupiter hat deren vier, und der noch entferntere Sa«turn fünf, nebst einem leuchtenden Ring. Wie weislich istdiese Einrichtung! Diese entjerntern Planeten bedürfen dieErleuchtung der Monde um desto eher, da ihnen die Sonneein weit schwächeres Licht als uns zuwirft. Sind dies abernicht unwidersprechliche Anstalten, die auf das Wohl derLebendigen abzielen? Sollten diese Monde nur traurige

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