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Anleitung zur Kenntniss des gestirnten Himmels / Johann Elert Bode
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657
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Allgem. Betrachtungen über d. Westgebäude. 657

Es scheint, als wenn die menschliche Vernunft bey Be,trachtung der Ordnung, welche ln den gestimmten Fixstern,systemm herrscht, ihre Grenzen fühle; allein, eine gewisseErscheinung am Himmel dient ihr zum Leitfaden, diesemGeheimniß weiter nachzuforschen, und giebt Veranlassungzu Schlüssen, die ein ziemliches Gewicht der Wahrschein«lichkeit haben.

Merkwürdig, höchst merkwürdig ist jener lichte Bogen,welcher das ganze Sterngewölbe fast >n der Lage eines groß,ten Kreises der Sphäre und in einem ununterbrochenen Zu,sammenhange umgiebt. Ich meyne die so genannte Milch,straße. Diese prachtvolle Zone ist der würdigste Gegenstandder Bewunderung und der Aufmerksamkeit. , So sehen wirauf der Erde den Regenbogen uns in Unzählbaren Tropfendas Bild der Sonne vorstellen; so scheint der große Echö,pfer die Tropfen des Lichts, in welchem er wohnet, umden Himmel herum ausgebreitet zu haben.Woher sinddie Sterne in diesem Gürtel so unbegreiflich dichte auf ein,ander gehaust, und in einer so unzählbaren Menge, daß dieübrigen Gegenden des Himmels ausserhalb demselben dage,gen von Sternen leer zu seyn scheinen? Warum ziehen siesich eben in einem Kreis fast um die Mitte der Himmelsku,gel? Hieraus läßt sich folgendes sehr wahrscheinlich schließen.Die Sterne in der Milchstraße sind, in Vergleichuilg mitden übrigen, nicht wirklich näher beysammen, sondern sie lie,gen in unermeßlichen Reihen in den unergründlichen Tiefendes Himmels hinter einander, und daher scheinen sie un-da mehr angehäuft, als in den übrigen Gegenden, wo wirBod. gest. Himmel. T t die