Allgem Betrachtungen über d.Weltgebaude. 671
straßen in Ordnung erhalten, und keine Zerrüttung im Gan-zen zugelassen. Don hier aus endlich bis an die äußerstenGrenzen der Schöpfung, da, wo die letzten Sonnen glän-zen , und jenseits der Körperwelt durch einen grenzenlosen,dem Erdbürger undenkbaren Raum, herrscht die Allgegen-wart des allgemeinen Wcltnionarchen, der allgütig für Menschand Seraph und auch zugleich für den Wurm sorgt; unddessen Miriadcn Welten voll vernünftiger Geschöpfe, unddessen ganze Geisterwclt ihn staunend anbetet. Dieser Ge-danke ist mir zu wichtig, als daß ich ihn nicht hegen sollte.Er ist ungemein reich an Folgerungen.
Mit einem heiligen Schauer durchdrungen, denke ich anjene Zeit zurück, da vorher noch keine Zeit war, da nichts,als Gott, nothwendig war, da die Welt erschaffen wur-de. — Ein ewiges Chaos bedeckte die Natur. — Es ge-fiel dein Schöpfer eine Welt zu bilden. Seine Weisheitwählte aus allen möglichen Welten, die beste, und der Odemseines Mundes brachte sie zur Wirklichkeit. Der Ewigesäete um den Fuß seines Throns Sonnen ohne Zahl, maaßeiner jeden ihre Sphären zu, und Millionen glänzenderGeister waren Augenzeugen dieser Schöpfung.
Allein wie lange ist es her, da das unerschaffene höchsteWesen ausser sich zu wirken anfing? da zuerst die Atomen,von seinem Hauch beseelt, rege wurden, und sich nach vor-geschriebenen Naturgesetzen Sonnen und Welten zu bildenansingen? Wie lange? Zwar der Mensch kennet diesen er-sten Anfang der Werke Gottes nicht. Ein heiliges Dunkelverbirgt seiner Kurzsicht diese Grenzen. Doch, dies weißer gewiß, daß die Welt nicht von Ewigkeit her ist, da be-reits