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Anleitung zur Kenntniss des gestirnten Himmels / Johann Elert Bode
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672
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672 Dritte Abtheilung, vierter Abschnitt.

reits Schaffen einen einmal genommenen Anfang voraussetzt. Allein ist es wol glaublich, daß erst vor sechstausendJahren, so weit etwa unsere Zeitrechnung zurückgeht, alles,was da ist, hervorgebracht worden ? Nein, da brachte derUnendliche vermuthlich unser Sonnensystem in Ordnung,oder besetzte auch nur unsere Erdkugel mit Bewohnern, de-ren Nachkommen sich bis jetzt auf dem Erdboden ausgebrei-tet haben. Ohne Zweifel stralken schon seit undenklichenPerioden und Zeitläuften, schon seit Miriaden Jahrtausendden, aus andern Gefilden der Schöpfung Vollkommenheitender Macht und Güte Gottes, und lange vor uns stiegendaselbst von Millionen Zungen glücklicher Geschöpfe Lovlie-der zum Throne desjenigen hinauf, der die Himmel angeord-net, und dessen Hand Legionen Welten umspannt.

Wenn nun aber die unendliche Schöpfungskraft Gottesschon seit undenklichen Jahrtausenden Welten hervorgebracht;sollte denn diese ewige Macht nur damals auf einmal, undvor 6000 Jahren, etwa unsere Erde mit den Stau nielternihrer jetzigen Bewohner besetzt haben, und nun ganz unthä-tig seyn? Hat Gott anjetzt völlig aufgehört zu schaffen? Istder göttliche Plan zur Bildung neuer Wellen erschöpft? oderfindet seine Macht ihre Grenzen? Wer mag das denkenund mit welchen Scheingründen will man dies behaupten?Nein! Wenn wir hierüber etwas der Gottheit würdiges stam^mein wollen, so ist zu schltessen, daß, da die Schöpfungs-kraft Gottes unbegrenzt ist, auch noch jetzund und vernein-lich an den äussersten Grenzen der Schöpfung neue Sonnenmit ihren Sphären sich aufseinen Wink nach den einmal an-geordneten Naturgesetzen formen und zuerst auf dem Schau,

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