Band 
Erster Theil.
Seite
38
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Z8 Vorrede D- Baumgartens,

menschlicher Erkentrris, gethan seyn. Wer die im vorhergehenden angezeigte Bestim-mungsgründe und Beweise der Zuverläßigkeit in Geschichten einstehet und gebrau-chen kau, wird theils so unvernünftig nicht seyn, eine andere Art des Beweises zu er-warten und zu fordern, als die Natur der Sache verstattet, welches soviel seyn wür-de, als Lehrsätze mit Handen betasten oder riechen zu wollen; theils in unzaligen Be-gebenheiten und derselben Zeitrechnung eine hinlängliche Zuverläßigkeit antreffen, dieübrigen aber zu der Einschränkung rechnen, der alle menschliche Erkentnis unterwor-fen ist, ohne um deswillen das gewisse und erweisliche mit dem ungewissen und uner-weislichen wegzuwerfen (Z7).

(z?) Diesen Eknwurf Hat obengedachterHerr le Mastrier (i) in seiner Bestreitung der al-ten Geschichte sehr hoch getrieben, und mit des-sen übertriebenen Vorstellung' viele Blätter an-gefüllet von S. 9 rc. wobey folgendes zu bemer-ken ist. i) Es kommen solche Vergrößerungenund Unrichtigkeiten in derselben Abhandlung vor,daß der Verfasser notwendig in den Verdachtentweder einer groben Unwissenheit, oder vorsch-lichen Betrkeglichkeit geraten muS: als wenn erschreibt S. n rc. Man läst den Gesosiecganze Rriegshccre aus Egypten bis nachJapan füren, in so kurzer Zeit, und mit soweniger Mühe, als etwa erfordert werdenmöchte, einen reitenden Boren von Parisnach Asm abgehen zu lassen; da man billigfragen möchte, wo er solches gelesen? «'gleichenS.i4'.c. Die gemeine Meinung schränkt diehistorische Gcwioheir noch auf ZOO Jahrnach dem trojanischen Brieg ein, und nimrkeine Begebenheit vor ausgemacht an, dievor Einfürung der Olympiaden geschehen;alwo ganz offenbar die Gewishekt einer bestirn-ten Zeitrechnung in der weltlichen Geschichte,mit der historischen Zuverläßigkeit, oder Erweis-lichkeit der Begebenheiten selbst, verwechselt wird.Wie auch S. 9. Enthält die alte Historie woleine einige merkwürdige und erhebliche Be-gebenheit, worüber die Geschichtschreibernicht von einander abgehen, ja sich oft ein-ander wiedersprechen sollen Wäre das Vor-geben wahr; so würde es doch nicht erweisen,was es erweisen sol: indessen muö einer der al-ten Historie sehr unkundig oder höchst unver-schämtseyn, der solches behaupten wil. Womitdie ungereimte Frage übereinkamt S. ro. wasstellen uns die berümten gemeinen Wesen

Drit-

von Sparta und Athen sonst vor, als blosungesialte und oft zersiümmelte Verzeichnissederer, die sie in den ersten Zerren ihres Ur-sprungs regieret haben? nebst der noch seltsa-mern S. iz. worauf sol man sich verlassen,wenn man sieht, daß die allergeschicktestenLeute noch heut zu Tage zweifeln, ob dieGeschichte von, Alexander den, grossen nichtein Aoman und eine Fabel sey? welches wolhätte Heißen sollen, erst heut zu Tage; indemdie vormalige Zeiten so geschickte Leute nicht ge-habt, dergleichen in Frankreich nachher entstan-den, so die gesamten Geschichte Alexanders ineine Fabel verwandeln können, wozu Hardou-ins Geschicklichkeit nötig gewesen. 2) Die ge-brauchten Gründe solcher Ungewisheit der altenGeschichte beweisen offenbar viel zu viel: indemdie gesamte Erwei'ölichkeit aller Begebenheiten,sonderlich der Geschichte heiliger Schrift, dadurcheben so gut bestricken werden kan; und beruhenaufhöchst unerwer'siichen, ja offenbar falschen Fol-gerungen. S. iz. wird das Stilschweigen unddie Uebergehung mancher Regierungen bey denGeschichtschreibern als ein Beweis der Unge-wisheit ihrer Erzälungen angefürt. wenn dieGeschichtschreiber über das Leben eines Für-sten kurz üderhingehen, was sol ich alsdannschlicffen, entweder daß in seiner Legierungnichts merkwürdiges vorgegangen, oder daßsie von desselben Geschichte nicht unterrich-tet gewesen -l Der Hr. le Mascrrec wird alle-zeit das letztere schiiessen, ohnerachtet andern daserstere in manchen Fallen warscheinlicher vor-kommen wird. Wie aber auch bey dieser letz/kern Folge weiter geschlossen werden könne: weildas Stilschweigen der Geschichtschreiber von denRegierungen mancher Fürsten, erweiset, daß

davon