Vorrede D. Baumgartens. 4Z
weder der Erweiterung seiner Erkentnis und höchst mannichfaltigen, dabey aber -ochzusammenhängenden Vorstellungen, oder der angenemen Mmng sE Lewenschaf-ten und Begierden. Wodurch m beiden Fallen solchem Uebel bey Mrman asten abgeholfen wird, der sich nicht so vorschlich dem gefiissentlichen Müßiggangmet, daß diese Unersätlichkeit ver Geschichte das kleinste undworden, so dabey zu besorgen; well vre Geschichte dergleichen Liebhaber theilsganzunvermerkt zu Beschäftigungen und Untersuchungen bringt, dadurch die Vormrhcheund Unlust gegen Arbeit gehoben werden, ja dieselben zur Arbeitsamkeit gewanfüret; theils soviel Bewegungsgründe und Reizungen zu pfiichtmaßlg ^^ -
münzen enthält, daß sie entweder ihre gehörige Wirkung haben, oder Le,er sopfindlich werden müssen, daß sich diese Neigung zu rmenden Vorstellungen vogebenheiten gar bald verliere.
^ sechste Verachtungsgrund geht eigentlich nur Gelerte und sonderlichSchriftsteller an, denen die Beisorge empfindlich ist, daß in Geschichten, sonderlich vo-riger Zeiten, nichts neues erfunden und entdeckt, auch nichts ungeschriebenes geschrie-ben werden könne, ja zur Ausfertigung von Geschichtbüchern neuerer BegebenheitenMrman aufgelegt sey.
«... Welche Klage zum grossen Vortheil der Geschichte gereichen würde/ wenn siei^i-s ^schrecken möchte, theils in Geschichten nichts zu erfinden, als wodurchsoviel Verwirrung und Ungewisheit in dieselben gekommen; theils sich mit Ausferti-gung von Geschichtbüchern und Erleuterungen alter Begebenheiten nicht zu bemengen,vyne erweisliche Entdeckungen gemacht, und den Pöbel der Geschichtschreiber von gu-ten und nachamenswürdigen Verfassern unterscheiden gelernt zu haben. Beides aberran bey richtiger Beschäftigung mit Geschichten so leicht geschehen, daß es in keinerE Metter Bemühungen weniger an Gelegenheit felet noch felen kan, sich um Lesererdrent zu machen, als in Geschichten: die nicht nur notwendig mit dem Alter der^«elt zunemen, sondern selbst durch ihre häufige Mishandlung von ungeschickten Hän-"böigen oder parteiischen Geschichtschreibern, unzäliqer Entdeckungen vonletzter» ^umarbeiten, Bestätigungen der erstem und Widerlegungen der
d anderweitiger Ausbesserungen, fähig und bedürftig werden müssen.
„6 siebentens, das Vorgeben der Gefärlichkeit der Geschichte betrift,
Morden, Anstos und Zweifel gegen die Vorsehung und Regierung
terworfen sind, den gemisbrauchren Geschichten angerechnet, noch auch vdeswillen vor gefärlick gehalten werden; indem sie dazu niemand verleit,,iederman hinlänglich dafür warnen. Die scheinbaren Farben, so zuw h^en
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